Das Geschäftsjahr 2009 war geprägt von einem anhaltend schwierigen Wirtschaftsklima in
allen europäischen Märkten. Die steigende Arbeitslosenquote drückte auf die
Konsumentenstimmung, was sich besonders stark auf die Textilbranche auswirkte. In
diesem Marktumfeld intensivierte sich der Preisdruck.
Währungsbereinigter Bruttoumsatz auf Vorjahresniveau
Dass die Charles Vögele Gruppe in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld einen Bruttoumsatz
von CHF 1 548 Mio. (Vorjahr: CHF 1 607 Mio.) erzielen konnte, verdankte sie nicht
zuletzt ihrer Positionierung im mittleren Preissegment. Der Nettoumsatz reduzierte sich
im Geschäftsjahr 2009 um 3.9% auf CHF 1 310 Mio. Vor Währungseinflüssen konnte das
Umsatzniveau mit –0.2% praktisch gehalten werden. Der Einfluss aus Expansionstätigkeit
machte CHF 32 Mio. bzw. 2.3% aus. Der im März 2009 initiierte Abverkauf der Altware mit
der modifizierten Abschriftensteuerung verläuft plangemäss. Das Betriebsergebnis wurde
dadurch mit rund CHF 40 Mio. belastet; die Bruttogewinn-Marge verminderte sich
vorübergehend von 65.3% auf 61.2%. Der Betriebsaufwand konnte dank frühzeitig
eingeleiteten Massnahmen währungsbereinigt um CHF 19 Mio. auf CHF 731 Mio. vermindert
werden. Das EBITDA sank von CHF 113 Mio. auf CHF 71 Mio.; die EBITDA-Marge reduzierte
sich von 8.3% auf 5.4%. Nach Abschreibungen resultierte ein positives Betriebsergebnis
(EBIT) von CHF 4 Mio. (Vorjahr: CHF 48 Mio.). Der Finanzaufwand verminderte sich
aufgrund der tiefen Nettoverschuldung auf CHF 8 Mio. Das Konzernergebnis kam auf CHF –14
Mio. zu liegen.
Altwarenabbau als Voraussetzung für Einleitung operativer Massnahmen
Ende März 2009 waren rund 12 Mio. Teile bzw. über 30% des Warenbestands älter als
18 Monate und damit überschüssige Altware. Diese wird sukzessive mittels zusätzlicher
Abschriften bereinigt. Im Geschäftsjahr 2009 wurde der Lagerbestand gruppenweit um 13
Mio. Teile im Wert von CHF 109 Mio. reduziert. Dies waren rund 6 Mio. verkaufte Teile
mehr als im Vorjahr. Mit einer modifizierten Abschriftensteuerung ist fortan
sichergestellt, dass es ab Ende März 2010 keine Ware mehr geben wird, die älter als 18
Monate sein wird. Der Abbau der Altware und die modifizierte Abschriftensteuerung
führten dazu, dass der Bruttogewinn mit rund CHF 40 Mio. belastet wurde. Da
fortan die Ware in den Zwischensaisons nicht mehr zwischengelagert und assortiert werden
muss, fallen dedizierte Altwarenlager weg. Auch wird der Weg frei für notwendige
operative Massnahmen zur Sicherung von nachhaltigem Erfolg.
Starker Free Cashflow, tiefe Nettoverschuldung
Dem Altwarenabbau ist es massgeblich zuzuschreiben, dass der Mittelfluss aus operativer
Geschäftstätigkeit von CHF 103 Mio. um CHF 85 Mio. auf CHF 188 Mio. anstieg. Aufgrund der
zurückhaltenden Investitionstätigkeit erhöhte sich der Free Cashflow markant von CHF 24
Mio. um CHF 118 Mio. auf CHF 142 Mio. Die Nettoverschuldung konnte weiter reduziert
werden: Mit CHF 15 Mio. gegenüber CHF 152 Mio. im Vorjahr lag sie so tief wie noch nie
seit Börsengang. Wie solid die Gruppe finanziert ist, widerspiegelt sich auch in der
Eigenkapitalquote von 59%. Dies ist eine gute Basis für weitere Expansion. Der Fokus
liegt nach wie vor auf den Hauptmärkten Schweiz, dem Süden und Westen Deutschlands sowie
Österreichs.
Mutationen in Verwaltungsrat und Konzernleitung
Detaillierte Informationen zu den Mutationen im ersten Semester des Berichtsjahrs finden
sich im Halbjahresbericht 2009. Wie angekündigt, ist Markus Voegeli seit Oktober 2009
neuer CFO. Er folgte auf Dr. Felix Thöni. Das Unternehmen verlassen wird COO Dr. Dirk
Seifert. Die Suche nach einem Nachfolger ist eingeleitet.
Änderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation
Dank der soliden Bilanzverfassung können die eingeleiteten Massnahmen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette aus eigener Kraft bewältigt werden. Die Änderungen in der
Aufbau- und Ablauforganisation werden sich nicht nur positiv auf der Kostenseite
auswirken, sondern machen auch die Prozesse schneller und effizienter. Dadurch kann der
Kollektionsrhythmus von 4 auf 8 verdoppelt werden. Dies wiederum ermöglicht es, laufend
neue Farb- und Modethemen auf der Verkaufsfläche zu präsentieren. Um den steigenden
Anforderungen im Brand Management und in der Beschaffung zu genügen wird der Einkauf
nach Kernkompetenzen in die Bereiche Brand Management, Beschaffung und Merchandising
getrennt. In einem weiteren Schritt werden das Merchandise Management und die Logistik
zentralisiert.
Ausblick
Angesichts der negativen Ergebnislage und im Einklang mit der formulierten
Dividendenpolitik wird der Verwaltungsrat davon absehen, an der Generalversammlung eine
Gewinnausschüttung zu beantragen. Die Rahmenbedingungen im Textilmarkt werden sich
voraussichtlich im aktuellen Jahr noch nicht merklich verbessern. Sollte die
Arbeitslosenquote weiter steigen, wird sich dies spürbar auf das Konsumentenverhalten
auswirken. Dennoch sind Verwaltungsrat und Konzernleitung zuversichtlich, mit den
eingeleiteten Massnahmen bereits im aktuellen Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen zu
schreiben. Mittelfristiges Ziel ist eine EBITDA-Marge von 10%.
Medienkontakt
Daniel Bärlocher
Vice President Group Communications
Gwattstrasse 15
8808 Pfäffikon SZ
Tel.: +41 55 416 71 11
Fax: +41 55 410 12 82
Email: daniel.baerlocher@charles-voegele.com
Im Internet recherchierbar unter:
- www.aktuellenews.ch
- www.help.ch
- www.pressemappe.ch
Über Charles Vögele Trading AG:
Die Charles Vögele Gruppe ist eines der führenden, vertikalen Mode-
Retailunternehmen Europas. Sie bietet für Menschen, die mitten im Leben stehen,
aktuelle und preiswerte Mode zum Wohlfühlen. Eine attraktive Präsentation der
Ware sowie eine sympathische und kompetente Beratung schaffen ein entspanntes
und genussvolles Einkaufserlebnis.
Charles Vögele hat 857 Verkaufsniederlassungen in neun Ländern: Schweiz,
Deutschland, Österreich, Slowenien, Niederlande, Belgien, Ungarn, Tschechien und
Polen. Die Gruppe erwirtschaftete 2009 mit rund 7'700 Mitarbeitenden einen
Bruttoumsatz von über CHF 1.5 Mrd. Die Aktien der Charles Vögele Holding AG sind
an der SIX Swiss Exchange kotiert (Valoren-Nr. 693 777).
|