Den weltweiten Rückgang der Industrieproduktion bekam auch Bossard zu spüren. Der
Einbruch der Nachfrage, der Abbau von Lagerbeständen und die sinkenden Rohstoffpreise
führten bei Bossard zu einem ausserordentlich hohen Umsatzrückgang. Der Gruppenumsatz
sank um 30,2 % von 565,7 Mio. CHF auf 395,1 Mio. CHF. Dies entspricht einem Rückgang von
170,6 Mio. CHF. In Lokalwährung betrug das Umsatz-Minus 28,6 %.
„Es gab auch Lichtblicke.“, fasst David Dean, CEO der Bosard Gruppe, zusammen. „Trotz
Absatzflaute konnten wir erneut zahlreiche neue Kunden gewinnen. Ausserdem bauten wir
den Marktanteil weiter aus und erwirtschafteten einen Konzerngewinn, der deutlich über
den Erwartungen lag.“
Europa mit markant weniger Umsatz
In Europa sank der Umsatz in allen Absatzgebieten – insgesamt um 32,7 % auf 224,5 Mio.
CHF. In Lokalwährung betrug die Reduktion 30,5 %. Der negative Trend verlangsamte sich
im 4. Quartal 2009 leicht. In dieser Periode stieg der Umsatz im Vergleich zum
Vorquartal sogar etwas an.
Auch Umsätze in Amerika und Asien im Minus
In Amerika nahm der Umsatz um 29,4 % auf 102 Mio. USD ab, in Schweizer Franken um 29,2
%. Die Nachfrage ging in der zweiten Jahreshälfte - auch saisonal bedingt - nochmals
zurück und stabilisierte sich auf tiefem Niveau.
In Asien sank der Umsatz auf 59,9 Mio. CHF. Dies entspricht einem Rückgang von 20,9 % in
Schweizer Franken und 18,4 % in Lokalwährung. Dabei wies Indien mit 22 % als einzige
Gesellschaft in der Gruppe gegenüber dem Vorjahr ein Plus aus. Alle übrigen Länder
mussten Abnahmen von bis zu 30 % verkraften. In der zweiten Jahreshälfte verbesserte
sich die Nachfrage in Asien allerdings kontinuierlich. Im 4. Quartal 2009 stiegen die
Umsätze gegenüber dem Vorquartal um fast 15 %.
Bruttogewinnmarge im Plus
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen stieg die Bruttogewinnmarge leicht auf 37 %.
Dabei wirkten sich vor allem die Senkung der Beschaffungskosten sowie die
Währungsentwicklung positiv auf die Bruttogewinnmarge aus. Der Bruttogewinn hingegen sank
durch den Umsatzeinbruch um 56,5 Mio. CHF auf 146,3 Mio. CHF.
Betriebskosten deutlich gesenkt
Die Betriebskosten vor Abschreibungen wurden im Vergleich zum Vorjahr um über 20 % oder
29,9 Mio. CHF gesenkt. Erste Massnahmen wurden bereits 2008 eingeleitet. Seit Ausbruch
der Krise wurden die operativen Kosten um rund 30 % reduziert.
Per Ende 2009 beschäftigte Bossard 1 403 Mitarbeitende, 12,3 % weniger als im Vorjahr.
Ein noch grösserer Personalabbau konnte vermieden werden, indem flexible Arbeitsmodelle
angewandt und die natürliche Fluktuation ausgenutzt wurden. Mit diesen Massnahmen
gelang es Bossard, das Know-how der Mitarbeitenden – das grösste Kapital – zu bewahren.
Operativer Gewinn in allen drei Regionen
Der konsolidierte Betriebsgewinn (EBIT) sank gegenüber dem Vorjahr von 45,1 Mio. CHF
auf 18,8 Mio. CHF und die EBIT-Marge von 8,3 % auf 5 %. Erfreulich ist, dass es Bossard
in allen drei Marktregionen gelang, trotz markant tieferen Umsätzen ein positives
Betriebsergebnis zu erzielen. Dazu trugen auch die in den letzten Jahren weltweit
vereinheitlichten Prozesse und Systeme sowie unser erfolgreich multipliziertes
Geschäftsmodell bei.
Finanzaufwand stark reduziert
Der Finanzaufwand konnte 2009 deutlich reduziert werden. Dazu trugen vor allem der hohe
Cashflow und die tiefen Zinsen bei. Der Nettofinanzaufwand betrug 2,2 Mio. CHF, dies
entspricht einer Reduktion von 6,5 Mio. CHF gegenüber dem Vorjahr. Durch den tieferen
Konzerngewinn sank der Steueraufwand um CHF 2,7 Mio. CHF auf 1,3 Mio. CHF.
Konzernergebnis über den Erwartungen
Trotz intensiver Kosteneinsparungen sank der Konzerngewinn im Sog der Wirtschaftskrise
insgesamt von 32,4 Mio. CHF auf 15,3 Mio. CHF. Die Umsatzrendite nahm von 6 % auf 4 %
ab. Dieser Wert liegt immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt. Für David Dean
ist klar: „Mit diesem Ergebnis haben wir unser Ziel, eine minimale Profitabilität zu
erwirtschaften und damit unsere Kreditfähigkeit zu sichern, deutlich übertroffen.“
Grundsolide Bilanz
Die Bilanzsumme sank gegenüber 2008 um 18,8 % von 350,4 Mio. CHF auf 284,5 Mio. CHF.
Dank gezielter Massnahmen zur Reduktion der Mittelbindung konnte das Nettoumlaufvermögen
– insbesondere das Warenlager – markant verringert werden. Das Eigenkapital nahm
gegenüber dem Vorjahr von 159,7 Mio. CHF auf 162 Mio. CHF leicht zu. Der
Eigenfinanzierungsgrad stieg dabei von 45,6 % auf über 56,9 % und dies trotz einer
Dividendenzahlung von 9,6 Mio. CHF im 2009. Auch das Gearing (Nettoverschuldung/
Eigenkapital) verbesserte sich erneut von 0,6 auf 0,2.
Free Cashflow auf Rekordhoch
Dank des Konzerngewinns, der starken Reduktion des Nettoumlaufvermögens und
zurückhaltender Investitionstätigkeit verdreifachte sich der Free Cashflow gegenüber 2008
auf rekordhohe 70 Mio. CHF. Damit konnte die Nettoverschuldung von 98,6 Mio. CHF im
Vorjahr auf 38,6 Mio. CHF abgebaut werden. Die finanzielle Verfassung von Bossard
wurde im Krisenjahr weiter gestärkt.
Aussichten für 2010: Wir sind vorsichtig optimistisch
Das Marktumfeld verbesserte sich im 4. Quartal 2009 leicht, insbesondere in Europa und
Asien. Der Umsatz lag seit Beginn der Rezession im 4. Quartal 2009 zum ersten Mal wieder
knapp über jenem des Vorquartals. Unser Ziel ist es, die Produktivität hoch zu halten
und Marktchancen rasch und wirksam zu nutzen.
Bossard rechnet weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld. Positiv ist, dass sich die
leichte Erholung des 4. Quartals 2009 anfangs Jahr fortgesetzt hat. Zudem steigen die
Preise in den Beschaffungsmärkten. „Diese Faktoren stimmen uns zuversichtlich“, sagt
David Dean, „falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht erneut
verschlechtern, wird das diesjährige Resultat über dem Vorjahr liegen.“
Weitere Auskünfte
Stephan Zehnder, CFO
Telefon +41 41 749 65 86
E-Mail investor@bossard.com
www.bossard.com
Im Internet recherchierbar unter:
- www.aktuellenews.ch
- www.help.ch
- www.pressemappe.ch
Über Bossard Holding AG:
Die Bossard Gruppe ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe, mittlerweile in
der siebten Generation von Mitgliedern derselben Familie geprägt. Die
Dachgesellschaft Bossard Holding AG hat ihren Sitz in Zug, Schweiz, und ist an
der Schweizer Börse kotiert.
Die rund 1800 Mitarbeiter befassen sich weltweit mit der Beschaffung und dem
Vertrieb von Verbindungselementen aller Art und erbringen mit diesen Produkten
verbunden Engineering- und Logistikleistungen.
Darüber hinaus bieten wir Industriekunden komplette Warenbewirtschaftungs- und
Logistiklösungen im Bereich C-Teile an.
In den drei Wirtschaftsregionen Europa, Amerika und Asien Pazifik zählen wir zu
den marktführenden Unternehmen unserer Branche.
Märkte, in denen wir nicht mit eigenen Gesellschaften tätig sind, erschliessen
wir uns über Allianzpartner, deren Kompetenz wir mit unserem Leistungsangebot
ergänzen. Das erlaubt uns, unseren multinational tätigen Industriekunden unsere
Leistungen überall dort anzubieten, wo diese präsent sind.
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