Das Jahr 2010 hat für HOCHTIEF erfolgreich begonnen: So erreichte der Auftragsbestand
mit 36,74 Mrd. Euro und einem Plus von 17,1 Prozent einen neuen Höchststand (Q1/2009:
31,37 Mrd. Euro*). Auch das Ergebnis vor Steuern/EBT wuchs und zwar um 2,5 Prozent auf
120,5 Mio. Euro (Q1/2009: 117,7 Mio. Euro*). Zum positiven Ergebnis trugen alle
Unternehmensbereiche bei. "Das nachhaltige Wachstum zeigt: Unser Konzern ist fit für die
Zukunft", betont Dr. Herbert Lütkestratkötter, Vorstandsvorsitzender von HOCHTIEF. Nicht
zuletzt aufgrund des sehr hohen Auftragsbestands sowie der sich bietenden Chancen
bekräftigt der Konzern seine Prognose für das Geschäftsjahr 2010 und strebt
mittelfristig weiterhin ein Vorsteuerergebnis von einer Mrd. Euro an.
Kennzahlen des ersten Quartals 2010
Der Auftragseingang blieb durch Verschiebungen in das Folgequartal mit 3,45 Mrd. Euro
erheblich unter dem Vorjahreszeitraum (Q1/2009: 4,38 Mrd. Euro). Der Rückgang ist zum
Teil auf das deutsche Geschäft, insbesondere aber auf den verzögerten Eingang von
Großprojekten im Unternehmensbereich HOCHTIEF Asia Pacific zurückzuführen. Im April 2010
wurde bereits ein großer Teil der Differenz aufgeholt. Die Leistung lag mit 4,76 Mrd.
Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q1/2009: 4,78 Mrd. Euro*). Bei den
Umsatzerlösen hat der Konzern den Vergleichszeitraum leicht übertroffen und erreichte
einen Wert von 4,45 Mrd. Euro (Q1/2009: 4,40 Mrd. Euro*).
Obwohl sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld Ende 2009 zu stabilisieren begann, waren
die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu Beginn dieses Geschäftsjahrs noch immer
spürbar. Hinzu kommen die Auswirkungen des langen und kalten Winters. Das betriebliche
Ergebnis/EBITA blieb daher mit 152,3 Mio. Euro um 5,5 Prozent hinter dem ersten Quartal
2009 zurück (Q1/2009: 161,1 Mio. Euro*). Der Konzerngewinn fiel mit 34,1 Mio. Euro um
11,8 Prozent etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum (Q1/2009: 38,6 Mio. Euro*).
Durch die Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards gemäß IFRIC 15 ergibt sich für das
erste Quartal 2009 rückwirkend eine positive Anpassung des EBT in Höhe von 20 Mio. Euro
und des Konzerngewinns von 15,3 Mio. Euro. Vor diesem Sondereffekt betrug das EBT 98,6
Mio. Euro und der Konzerngewinn 24,2 Mio. Euro im ersten Quartal 2009.
Entwicklung der Unternehmensbereiche
Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Americas hat sich im ersten Quartal 2010 wie geplant
weiter stabil entwickelt. Turner konnte seine Position als landesweit führender Anbieter
im gewerblichen Hochbau mit zahlreichen Neuaufträgen untermauern: Das Unternehmen
errichtet in San Jose, Kalifornien, ein Krankenhaus für Unfallchirurgie nach
nachhaltigen Kriterien. Dieser Construction-Management-Auftrag beläuft sich auf 220 Mio.
Euro. Zudem startete Turner mit den Arbeiten für ein neues Stadion: Die HOCHTIEF-Tochter
baut eine Mehrzweckarena für die Kansas City Wizards, die bis zu 27.000 Personen fassen
wird. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von zirka 116 Mio. Euro. Flatiron sicherte sich
mehrere Infrastrukturaufträge in Kalifornien im Wert von insgesamt 145 Mio. Euro.
Außerdem wird die Gesellschaft Brückenarbeiten an der Eisenbahnstrecke Los Angeles-San
Diego übernehmen.
HOCHTIEF Asia Pacific zeigte wieder ein solides erstes Quartal. Die Leighton-
Tochter Thiess erhielt einen Folgeauftrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren an der
Curragh North Mine in Queensland über 521 Mio. Euro. An der Meandu-Kohlenmine,
Queensland, wurde ebenfalls der Vertrag um ein Jahr für 90 Mio. Euro verlängert. Das
Unternehmen profitierte außerdem vom umfangreichen Ausbauprogramm der Regierung
Hongkongs: Leighton Asia baut einen 7,6 Kilometer langen Abschnitt der Eisenbahnstrecke
von Guangzhou nach Hongkong. Das Projekt mit einem Volumen von 311 Mio. Euro soll 2012
fertiggestellt werden. Zudem plant und errichtet das Unternehmen auf der Insel Lantau,
ebenfalls Hongkong, für 156 Mio. Euro ein Krankenhaus.
Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions konnte im ersten Quartal 2010
zahlreiche Erfolge erzielen: So stiegen die Passagierzahlen an allen
Beteiligungsflughäfen. Insgesamt wurden mehr als 20 Mio. Fluggäste abgefertigt - im
ersten Quartal 2009 waren es 18,7 Mio. Passagiere. Im Geschäftsfeld Soziale
Infrastruktur wurde das Projekt Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn neu gewonnen:
HOCHTIEF wird die Schule planen, bauen und anschließend für 25 Jahre betreiben. Der
Auftrag hat ein Vertragsvolumen von etwa 50 Mio. Euro. Außerdem starteten nach dem
erfolgreichen Commercial Close die Vorarbeiten an der slowakischen PPP-Autobahn D1. Die
Autobahn A5 in Wien wurde komplett für den Verkehr freigegeben sowie die Fürst-Wrede-
Kaserne-München und die Gesamtschule Köln-Rodenkirchen wurden eingeweiht. An allen
Projekten ist HOCHTIEF Construction beteiligt; die beiden Schulen sowie die Kaserne
werden von HOCHTIEF Facility Management betrieben.
HOCHTIEF Europe entwickelte sich im ersten Quartal positiv. Der planmäßige
Rückgang im deutschen Hochbau wurde durch neue Infrastrukturprojekte im Inland sowie die
Auslandsaktivitäten mehr als ausgeglichen. Aufgrund des langen und strengen Winters in
Europa konnte allerdings auf vielen Baustellen nicht in vollem Umfang gearbeitet werden.
Der größte Inlandsauftrag im ersten Quartal war das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen:
HOCHTIEF Construction baut in Duisburg ein denkmalgeschütztes Speichergebäude zu einem
Archiv um und errichtet zusätzlich einen 150 Meter langen Neubau. Im Ausland sicherte
sich das Unternehmen neue Infrastrukturprojekte: HOCHTIEF Construction übernimmt am
HOCHTIEF-Concessions-Projekt D1 in der Slowakei die Vorarbeiten. Außerdem erweitert das
Unternehmen den Frederic-Chopin-Flughafen in Warschau, Polen, um zwei Flugsteige.
Der Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate hat seine selektive und
ergebnisorientierte Akquisitionsstrategie konsequent fortgesetzt. Zum 31. März 2010
waren bei HOCHTIEF Projektentwicklung insgesamt 24 Projekte mit einem
Investitionsvolumen von 958 Mio. Euro in der Realisierungsphase. Diese sind zu knapp 50
Prozent an Investoren veräußert. Die Vorvermietungsquote beträgt 63 Prozent. Aurelis
Real Estate veräußerte im ersten Quartal 2010 Liegenschaften im Wert von 33,5 Mio. Euro.
Insgesamt steigerte das Unternehmen damit sein Verkaufsvolumen gegenüber dem
Vorjahreszeitraum deutlich.
HOCHTIEF Services setzte seine Internationalisierungsstrategie konsequent fort:
So bekam HOCHTIEF Facility Management den Auftrag für das Gebäudemanagement am Flughafen
Bahrain. Das Projekt, das auch von HOCHTIEF Concessions unterstützt wird, hat einen Wert
von 85 Mio. Euro und läuft zunächst über sechs Jahre. Im Inland baute die Gesellschaft
das Outsourcing-Geschäft aus und übernahm das technische Facility-Management für zwei
Werke sowie die Hauptverwaltung des Vorwerk-Konzerns. Vom Hessischen
Immobilienmanagement erhielt HOCHTIEF Facility Management einen Folgeauftrag für den
technischen Betrieb von weiteren 22 öffentlichen Gebäuden in Hessen. HOCHTIEF Energy
Management wurde von der Postbank beauftragt, an acht Standorten die Energiekosten des
Unternehmens um 15 Prozent jährlich zu senken. Der Auftrag hat eine Laufzeit von zehn
Jahren.
Ausblick
Die Weltwirtschaft hat begonnen, sich zu erholen. Wie schnell und wie nachhaltig diese
Erholung sein wird, beobachtet HOCHTIEF mit großer Aufmerksamkeit.
Wechselkursentwicklungen können einen Einfluss auf die Ergebnisprognose haben. Der
Ausblick basiert auf der Annahme, dass sich die Finanz- und Kapitalmärkte im laufenden
Jahr wieder normalisieren, es zu keinem anhaltenden rezessiven Konjunktureinbruch der
Weltwirtschaft kommt und sich die Lage in den politischen Spannungsgebieten nicht weiter
nachhaltig verschärft.
Unter diesen Prämissen erwartet der Konzern weiterhin
- einen Auftragseingang und Auftragsbestand jeweils leicht unterhalb des Vorjahres,
- Umsatzerlöse etwa auf dem Niveau von 2009
- sowie ein Vorsteuerergebnis und einen Konzerngewinn jeweils auf einem Niveau leicht
über dem Vorjahreswert.
Diese Erwartungen basieren nicht zuletzt auf dem sehr hohen Auftragsbestand und den sich
bietenden Chancen. Mittelfristig strebt der Konzern weiterhin ein Vorsteuerergebnis von
einer Mrd. Euro an.
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