10.10.2019, Zürich (ots) - Die Politik sei gefordert, «endlich etwas für die Altersvorsorge zu tun», sagt Baloise-
Chef Gert De Winter in einem Interview mit der «Handelszeitung». «Es geht so nicht mehr weiter.
Eine Lösung für die Altersvorsorge ist zwingend und dringend.»
Dabei warnt er davor, im Pensionskassenbereich eine Lösung wie in der AHV anzustreben, «die
nur auf höheren Beiträgen basiert». Hinsichtlich der Gefahr, dass ein Grossteil der
Stimmbevölkerung eine Revision mit Blick auf die eigene Pensionierung ablehnen könnte, sagt De
Winter, er hoffe auf die Solidarität der Generationen. Und präzisiert, für einmal sei die Solidarität der
Alten mit den Jungen gefragt.
«Ich kann mir nicht vorstellen, aus reinem Eigennutz für
einen Aufschub der Reformen zu plädieren. Meine Kinder und Grosskinder müssten dafür
bezahlen.» Die Baloise könnte künftig wieder vermehrt ausserhalb ihrer derzeit bewirtschafteten
Marktgebiete tätig werden, sagt De Winter. Die Digitalisierung biete hierzu neue Möglichkeiten, da
man nicht mehr zwingend auf eine «kritische Grösse» angewiesen sei. «Expansionspläne für die
Online-Versicherungen Friday und Mobly sind durchaus denkbar», sagt der Belgier, der seit 2016
an der Spitze der Baloise steht. «Im kommenden Jahr werden wir wohl mehr wissen. Auch, welche
Märkte dafür infrage kommen. Dabei können auch Länder auf dem Radar sein, in denen wir derzeit
nicht tätig sind.»
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