Pressemitteilung
Schweizerische Flüchtlingshilfe Bundesratsbericht zeigt Lücken auf Unterbringung von Flüchtlingsfrauen ist zu verbessern

Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH

17.10.2019, Bern (ots) - Der Bund hat seine Analyse zur Situation von Flüchtlingsfrauen in der Schweiz veröffentlicht. Der Bericht zeigt diverse Mängel bei der Unterbringung und Betreuung von asylsuchenden Frauen und Mädchen auf. Die SFH begrüsst, dass die Situation von Flüchtlingsfrauen genauer untersucht wurde. Sie fordert, dass die im Bundesratsbericht genannten Lücken in der gendersensiblen Unterbringung umgehend geschlossen werden. Zudem braucht es ein koordiniertes Vorgehen aller Akteure in den Bundesasylzentren (BAZ), um Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorzubeugen und allfällige Opfer von Gewalt zu schützen.

Ein Postulat von SP-Nationalrätin Yvonne Feri warf die Frage auf, wie in der Schweiz Flüchtlingsfrauen betreut und unterstützt werden, die Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Zudem sollte abgeklärt werden, inwiefern bei der Unterbringung asylsuchender Mädchen und Frauen Handlungsbedarf bestehe. In Erfüllung des Postulats hat der Bundesrat heute den Bericht zur Situation von Flüchtlingsfrauen vorgelegt. Dieser wird ergänzt durch einen Amtsbericht des Staatssekretariats für Migration (SEM), der die wichtigen Erkenntnisse vertieft und insbesondere Handlungsoptionen aufzeigt. Die Situation von Flüchtlingsfrauen in den Kollektivunterkünften der Kantone wurde von der Konferenz der kantonalen SozialdirektorInnen (SODK) analysiert.

Handlungsbedarf bei der Unterbringung

Der Bundesratsbericht ortet unter anderem Handlungsbedarf bei der gendersensiblen Unterbringung. So haben beispielsweise noch nicht alle BAZ abschliessbare Schlafräume für Frauen. Auch die Vorgaben für geeignete Sichtschutzmassnahmen an Duschen und für den ungehinderten Zugang zu geschlechtergetrennten Toiletten sind nicht in allen BAZ umgesetzt. Gendersensible Unterbringung ist ein Teil der Vorgaben auf Bundesebene. Sie ist insbesondere wichtig um asylsuchende Frauen vor sexueller Gewalt innerhalb der BAZ zu schützen.

Die SFH fordert, dass die in den Berichten von Bundesrat und SEM eruierten Lücken umgehend geschlossen werden. Die Vorgaben zur gendersensiblen Unterbringung sind zwingend einzuhalten. Die SFH hat in ihren Mindeststandards für die Unterbringung von Asylsuchenden besondere Massnahmen zum Schutz von Frauen empfohlen. Die Massnahmen sollten auch in den kantonalen Unterkünften umgesetzt werden.

Koordination zur Gewaltprävention

Der Bundesrat hält in seinem Bericht fest, dass in den meisten Asylregionen ein Gewaltpräventionskonzept fehlt. Falls eine Flüchtlingsfrau Opfer von Gewalt wird, gibt es in den meisten BAZ keine klaren Zuständigkeiten und Prozesse zu ihrer Identifikation. Diese Mängel sind schnellstmöglich zu beheben. Die SFH fordert, dass sich alle Akteure in den BAZ im Bereich der Gewaltprävention und Erkennung von Gewaltopfern koordinieren. Dies erfordert eine stärkere Einbindung des Rechtsschutzes. Wichtig ist zudem, dass weibliches Sicherheitspersonal rund um die Uhr anwesend ist.

Die SFH war gemeinsam mit den Organisationen Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ), Terre des Femmes Schweiz (TdF) und dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) Teil einer Begleitgruppe bei der Erstellung des Berichtes. Die SFH kritisiert unter anderem, dass das SEM die Situation von Flüchtlingsfrauen in den BAZ selbst evaluiert hat, statt einen externen Akteur mit der Analyse zu beauftragen.

Kontakt:

Eliane Engeler, Mediensprecherin SFH

eliane.engeler@fluechtlingshilfe.ch;

Direkt/Mobile (Umleitung): +41 31 370 75 15

17.10.2019 | von Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH

--- ENDE Pressemitteilung Schweizerische Flüchtlingshilfe Bundesratsbericht zeigt Lücken auf Unterbringung von Flüchtlingsfrauen ist zu verbessern ---


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH

Wir kämpfen dafür, dass die Schweiz das in der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 garantierte Recht auf Schutz vor Verfolgung einhält. Wir setzen uns dafür ein, dass Asylsuchende ein faires Verfahren erhalten, und dass anerkannte Flüchtlinge chancengleich am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben in unserem Land teilhaben. Wir engagieren uns für eine offene und solidarische Schweiz.

Wir setzen uns in der Öffentlichkeit und bei den Behörden für eine gerechte und humane Asylpolitik ein, zum Beispiel mit Sensibilisierungskampagnen zu den Flüchtlingstagen und mit dem alle zwei Jahre stattfindenden Asylsymposium.

Wir positionieren uns mit Stellungnahmen und Mediencommuniqués zur Asylpraxis und zu aktuellen Vorlagen im Asyl- und Ausländergesetz. Wir verfügen über ein breites Publikationsangebot in Print und Online.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
news aktuell   HELP.ch




Offizielle News-Partner:
News aktuell

Swiss Press


Logoregister

Facebook X (früher Twitter) Instagram LinkedIn YouTube

TOP NEWS - powered by Help.ch

Ausstellung: Ruth Orkin - A Photo Spirit in der Photobastei Photobastei Zürich, 23.02.2026

US-Gerichtsentscheid zu Strafzöllen ist positives Signal - Unsicherheit bleibt hoch Swissmechanic Schweiz, 23.02.2026

Enttäuschende Entscheide der Finanzkommission Schweizer Bauernverband (SBV), 23.02.2026

NEWSTICKER - 23.02.2026
14:32 Uhr 20min
Deutsche Bahn wird dank Schweizer Hilfe deutlich pünktlicher »

14:32 Uhr SRF
Lawine auf Zug im Wallis – «Als ich mich wieder zum Fenster drehte, war sie riesig geworden» »

14:03 Uhr Blick.ch
Frau geht in Basel mit Messer auf Mann mit Baby los – Augenzeuge Tobi T. (16): «Zwei Männer schlugen der Frau das Messer weg» »

12:51 Uhr Espace Wirtschaft
Globaler Vergleich: In der Schweiz wird mehr gearbeitet als in den meisten Ländern Europas »

09:21 Uhr NZZ
«Jihad der Klarstellung»: Wie Iran den Informationskrieg gegen den Westen führt »

09:41 Uhr SNB Medienmitteilungen
2026-02-19 - Nationalbank legt Grundlagen für die Erweiterte Liquiditätsfazilität fest »

11
15
28
31
35
40
5
Nächster Jackpot: CHF 12'700'000

13
24
28
33
35
5
9
Nächster Jackpot: CHF 130'000'000

Aktueller Jackpot: CHF 1'281'223