Pressemitteilung
Presserat rügt "Republik": Zitat erweckte falschen Eindruck

Schweizer Presserat

02.07.2020, Bern - Dürfen Zitate in einem anderen als dem von ihrem Urheber beabsichtigten Zusammenhang verwendet werden? Wenn damit der Sinn verändert wird, den der Zitierte seiner Aussage ursprünglich geben wollte, stellt dies einen Verstoss gegen die journalistische Ethik dar, urteilte jetzt der Schweizer Presserat.

In der "Republik" hatte Christof Moser, heute Chefredaktor des Online-Magazins, am 5. November 2018 ein Zitat des "Weltwoche"-Autors Alex Baur verwendet, das - gekürzt und leicht bearbeitet - dem Chefredaktor der "Weltwoche" eine Fehlinformation mit antisemitischem Inhalt anzulasten schien. Baur beschwerte sich, er habe in der zitierten Passage nicht seinen Chef Roger Köppel gemeint, sondern Antisemiten in Südamerika und Osteuropa; so habe er dies in seinem Original-Beitrag auch unmissverständlich formuliert.

Dadurch, dass die "Republik" Baurs Zitat in einen Schweizer Kontext eingebettet habe, sei jedoch der Eindruck entstanden, er trete als Kronzeuge gegen seinen Vorgesetzten und Herausgeber auf. Der Schweizer Presserat gab Baur jetzt recht: Zwar habe die "Republik" mit dieser Zitierweise nicht die Wahrheitspflicht verletzt, aber in der Wahrnehmung unbefangener Leser einen Eindruck erweckt, der nicht der Wirklichkeit entspricht.

Zentraler Bestandteil des journalistischen Handwerks ist die Wiedergabe gesprochener oder geschriebener Sätze. Ein Zitat darf zwar durchaus gekürzt und zur Verdeutlichung des Gesagten sogar umgestellt werden. In der Presserats-Erklärung der Pflichten und Rechte von Journalisten heisst es aber unter Ziffer 3: "... Sie unterschlagen keine wichtigen Elemente von Informationen und entstellen weder Tatsachen, Dokumente, Bilder und Töne noch von anderen geäusserte Meinungen ..."

Gegen diese Regel hat die "Republik" verstossen.

Pressekontakt:

Schweizer Presserat

Ursina Wey

Geschäftsführerin/Directrice

Rechtsanwältin

Münzgraben 6

3011 Bern

+41 (0)33 823 12 62

info@presserat.ch

02.07.2020 | von Schweizer Presserat

--- ENDE Pressemitteilung Presserat rügt "Republik": Zitat erweckte falschen Eindruck ---


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über Schweizer Presserat

Der Schweizer Presserat dient Publikum und Medienschaffenden als Beschwerdeinstanz. Er wacht über die Einhaltung des für alle Journalisten gültigen Journalistenkodex, der «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten».

Der Presserat nimmt auf Beschwerde hin oder von sich aus Stellung zur journalistischen Berufsethik. Beschweren kann sich jedermann, das Verfahren ist kostenlos. Das Gremium urteilt dabei auf Grund des Kodex sowie der von ihm erlassenen Richtlinien.

Im Entscheid beurteilt und begründet der Presserat, ob und warum ein journalistischer Bericht in Presse, Radio, Fernsehen oder Internet den Journalistenkodex verletzt - oder eben nicht. So garantiert der Rat die freiwillige Selbstregulierung der Medienbranche.

Der Presserat trägt aber auch zur Reflexion und Diskussion über grundsätzliche medienethische Themen bei. Und er verteidigt die Presse- und Meinungsäusserungsfreiheit.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
news aktuell   HELP.ch




Offizielle News-Partner:
News aktuell

Swiss Press


Logoregister

Facebook X (früher Twitter) Instagram LinkedIn YouTube

TOP NEWS - powered by Help.ch

Pro Senectute will mit der SUISSE DISCO 60+ den eigenen Weltrekord brechen Pro Senectute, 09.02.2026

Jubiläum: Netzwerk engagiert sich seit zehn Jahren gegen Mädchenbeschneidung in der Schweiz Caritas Schweiz, 09.02.2026

NaturVision Filmtage im Naturmuseum St.Gallen Naturmuseum St.Gallen, 09.02.2026

NEWSTICKER - 09.02.2026
23:52 Uhr 20min
Reality-Star Lisa Straube trauert um vier Monate alten Sohn »

23:02 Uhr SRF
Brand in Bar in Crans-Montana – Ermittlungen auf zwei weitere Personen ausgeweitet »

21:52 Uhr Blick.ch
Opfer spricht über das Drama von Crans-Montana: «Das Gesicht, das ich im Spiegel sah, existiert nicht mehr» »

19:32 Uhr Espace Wirtschaft
Krise der Staatsfinanzen: Das Rentenalter muss rauf – die Linke sollte das einsehen »

17:01 Uhr NZZ
KURZMELDUNGEN - Wirtschaft: Investor Steven Wood kandidiert erneut für den Verwaltungsrat der Swatch Group »

30
33
35
36
37
38
6
Nächster Jackpot: CHF 9'400'000

10
13
20
23
24
6
11
Nächster Jackpot: CHF 36'000'000

Aktueller Jackpot: CHF 1'210'096