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BFE - Benchmarking 2020: Kleine Fortschritte auf dem Weg in die Energiezukunft News-Statistik

Statistik
 
Bundesamt für Energie BFE

30.11.2020, Bern - Zum fünften Mal hat das Bundesamt für Energie eine Vergleichsstudie unter den schweizerischen Energieversorgungsunternehmen (EVU) durchgeführt. Sie beurteilt die Aktivitäten der EVU für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Die Teilnahme an der Benchmarking-Studie ist freiwillig: 100 Unternehmen haben dieses Jahr teilgenommen. Weil sich das Teilnehmerfeld gegenüber der letzten Studie aus dem Jahr 2018 stark unterscheidet, lassen sich die Gesamtresultate nur bedingt vergleichen.

Wie gut sind die schweizerischen Energieversorgungsunternehmen (EVU) darauf vorbereitet, den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen und die Energieeffizienz zu steigern? Darüber gibt das Benchmarking 2020 Auskunft. Es schafft damit für die Konsumentinnen und Konsumenten Transparenz über die Leistungen der EVU in diesen Bereichen. Ebenso können sich die teilnehmenden EVU mit ihren Mitbewerbern vergleichen.

Von den 100 teilnehmenden Unternehmen stammen 78 aus der Deutschschweiz, 13 aus der Romandie und 9 aus dem Tessin. Zusammen decken sie knapp 40% des Schweizer Stromabsatzes und 68% des Gasabsatzes ab. Über die Hälfte der EVU fällt in die Kategorie «kleinere EVU». Sie setzen jährlich weniger als 100 GWh Strom, Wärme und/oder Gas ab. Rund ein Drittel zählt zu den mittleren EVU (100 bis 1000 GWh/Jahr), die übrigen rund 10% sind grosse EVU mit mehr als 1000 GWh Absatz pro Jahr.

Das Benchmarking 2020 betrachtet acht statt wie bisher sieben Handlungsfelder: Unternehmensstrategie, Vorbildwirkung, Produktion aus erneuerbaren Energien, Gewässerschutz, Lieferung aus erneuerbaren Energien, Energiedienstleistungen, Förderprogramme und tarifliche Massnahmen. Neu hinzugekommen ist in dieser Studie das Handlungsfeld Intelligente Netze.

Sechs Stromlieferanten erfüllen mehr als 80% der Ziele
93 EVU haben am Strom-Benchmarking teilgenommen. Im Durchschnitt erreichen sie 53% aller Ziele – nach wie vor gibt es aber sehr grosse Unterschiede in der Zielerreichung der teilnehmenden EVU. Ein Stromlieferant erfüllt bereits 94% der Ziele, gefolgt von fünf EVU, die zwischen 80 und 90% erreichen. Mehr als die Hälfte der EVU erfüllen die Zielsetzung zu mehr als 50%. Im Handlungsfeld der Unternehmensstrategien zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und der Realisierung von innovativen Projekten schneiden die EVU am besten ab (im Durchschnitt 65% der Ziele erreicht). Nachholbedarf besteht beim Ausbau der Produktion von erneuerbaren Energien sowie den Förderprogrammen und tariflichen Massnahmen, wo die EVU im Schnitt nur 44% der Ziele erreichten.

Vier Wärme- und Gaslieferanten erfüllen mehr als 80% der Ziele
Am Wärme/Gas-Benchmarking haben 61 EVU teilgenommen. Über alle Handlungsfelder gesehen erreichen sie im Durchschnitt 50% der Ziele. Ein EVU erfüllt mehr als 90% der Ziele, drei zwischen 80 und 90%. 29 EVU erreichen weniger als 50% der Ziele, acht davon liegen unter 30%. Am weitesten fortgeschritten sind die EVU im Handlungsfeld Energiedienstleistungen, der grösste Nachholbedarf besteht indessen bei der Produktion und dem Zubau von erneuerbarem Gas, dem Anteil erneuerbarem Gas im Liefermix Gas und den tariflichen Massnahmen.

Kleine Fortschritte sichtbar
Im Vergleich mit den früheren Erhebungen sind zwar Fortschritte feststellbar. So ist im Strombereich die Zielerreichung bei der Produktion aus erneuerbaren Energien und bei den Förderprogrammen und tariflichen Massnahmen leicht gestiegen. Allerdings ist weder bei den Strom- noch bei den Gas- und Wärmelieferanten eindeutig, ob dies durch die Verbesserung der teilnehmenden EVU oder durch das veränderte Teilnehmerfeld zustande gekommen ist. Am diesjährigen Benchmarking haben deutlich mehr kleinere EVU teilgenommen, was tendenziell dazu führt, dass die Zielerreichung sinkt. Denn die kleinen EVU besitzen oft keine grösseren Produktionsanlagen, und auch Dienstleistungen, Förderprogramme und Tarifanreize sind bei ihnen weniger verbreitet als bei grösseren EVU. Andererseits wurden verschiedene Kriterien verschärft. Das heisst, dass für die Zielerreichung von den EVU mehr erwartet wird, als noch in den vergangenen Jahren. Dies erschwert die Vergleichbarkeit der Gesamtresultate über die Jahre.

Das Bundesamt für Energie macht derzeit eine zusätzliche Auswertung der Benchmarking-Studie. Sie soll einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Projekte der EVU liefern, beispielsweise zu Innovationsprojekten, Projekten zur Flexibilisierung des Stromverbrauchs oder zu Digitalisierungsprojekten. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich Anfang nächstes Jahr vor.


Medienkontakt:
Marianne Zünd
Leiterin Medien und Politik BFE
+41 58 462 56 75
marianne.zuend@bfe.admin.ch


Im Internet recherchierbar unter:
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Über Bundesamt für Energie BFE:
Das Bundesamt für Energie (BFE) ist das Kompetenzzentrum für Fragen der Energieversorgung und der Energienutzung im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Das BFE schafft die Voraussetzungen für eine ausreichende, krisenfeste, breit gefächerte, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung. BFE sorgt für hohe Sicherheitsstandards bei der Produktion, dem Transport und der Nutzung von Energie. Sie schafft die Rahmenbedingungen für einen effizienten Strom- und Gasmarkt sowie eine angepasste Infrastruktur.

BFE setzt sich ein für eine effiziente Energienutzung, für die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien sowie für die Senkung der CO2-Emissionen.Sie fördert und koordiniert die nationale Energieforschung und unterstützt den Aufbau neuer Märkte für eine nachhaltige Energieversorgung und -nutzung.


Quelle:
HELP.ch   Schweizerische Eidgenossenschaft

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