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Sucht Schweiz: Teil-Lockdown 2020 - Neue Studie zeigt Entwicklung des Tabakkonsums in der Schweiz News-Statistik

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Sucht Schweiz

18.01.2021, Lausanne - In einer kürzlich erschienenen wurden 2000 Raucherinnen und Raucher zwischen 18 und 79 Jahren befragt, um zu eruieren, wie sich der Tabakkonsum während des Teil-Lockdowns entwickelt hat. Es zeigt sich, dass der tägliche Tabakkonsum tendenziell zugenommen hat und dass die Pandemie für die täglich Rauchenden eine besondere Gefährdung mit sich gebracht hat. Personen mit gesundheitlichen und sozialen Schwierigkeiten scheinen speziell betroffen zu sein. Für einen kleineren Teil der Konsumierenden war diese Zeit aber auch die Gelegenheit, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Die Studie wurde im Juli 2020 von Unisanté und Sucht Schweiz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT) durchgeführt. Die Resultate zeigen, dass 15,1 Prozent der Raucherinnen und Raucher ihren Tabakkonsum erhöht und 8,2 Prozent gesenkt haben. Dabei tritt ein Unterschied zwischen täglich Rauchenden und Gelegenheitsrauchenden zu Tage: Letztere neigten stärker dazu, weniger zu rauchen. Die Faktoren, die am stärksten mit einem Anstieg verbunden sind, sind das Alter (18- bis 39-Jährige), seelische und körperliche Schwierigkeiten sowie verschlechterte Beziehungen in- und ausserhalb des eigenen Haushalts.

Daneben haben 4,6 Prozent der Raucherinnen und Raucher während des Teil-Lockdowns mit dem Rauchen aufgehört (während ein Teil von ihnen danach wieder begonnen hat), 17,3 Prozent haben einen Rauchstopp zumindest versucht. Die Absicht, mit dem Rauchen aufzuhören, war bei Menschen ausgeprägter, die wegen ihrem Tabakkonsum eine Corona- Ansteckung befürchteten.

Auf besonders gefährdete Rauchende fokussieren und Partnerschaften eingehen

Angesichts dieser Ergebnisse ist es zentral, die Pandemie und den Teil-Lockdown als eine für die Rauchenden bedrohliche Situation anzusehen. Der Fokus sollte dabei prioritär auf denjenigen Menschen liegen, die seelisch, gesundheitlich und sozial besonders gefährdet sind. Dazu sollten die Akteure der Tabakprävention mit Fachleuten im Gesundheits- und Sozialwesen, die mit solchen Menschen arbeiten, engere Kontakte und Partnerschaften knüpfen. Auch die Aufklärung der Öffentlichkeit über den Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Covid muss verstärkt werden, denn der Tabakkonsum erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf- sowie Lungenkrankheiten, welche Risikofaktoren für schwerere Verläufe von Covid-19 sind. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich dem Nutzen eines Rauchstopps (oder zumindest einer Konsumkontrolle) und der Wirksamkeit pharmakologischer und verhaltenspsychologischer Ansätze beim Aufhören muss ebenfalls fortgesetzt werden. Die Hilfsangebote für Menschen, die das Rauchen aufgeben oder reduzieren wollen, müssen auch in Zeiten der Pandemie aufrechterhalten und stärker bekannt gemacht werden.

Massnahmen für eine bessere Präventionspolitik

Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene muss die Tabakprävention dringend gestärkt werden, um so der Bevölkerung ein gesundheitsförderndes Umfeld zu ermöglichen. Die erforderlichen Massnahmen sind längst bekannt, namentlich ein Verbot von Tabakwerbung, Preiserhöhungen, ein erhöhter Schutz vor Passivrauch sowie der vereinfachte Zugang zu erschwinglichen Entwöhnungsangeboten. Diese Massnahmen sind im Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) vorgesehen. Doch hat die Schweiz diesen Text immer noch nicht ratifiziert. Der diesbezügliche Gesetzesentwurf, der zurzeit im Parlament hängig ist, erfüllt die Anforderungen des Übereinkommens nicht.

Verfügbare Entwöhnungshilfen nutzen

Die nationale Rauchstopp-Linie ist ein telefonischer Beratungsdienst, der entwöhnungswilligen Raucherinnen und Rauchern Coaching bietet. Das vielsprachige Beratungsteam ist für Interessierte unter der Telefonnummer 0848 000 181 erreichbar. Die Website stopsmoking.ch ist eine nationale Plattform mit Informationen, Tipps und Tools zum Rauchstopp. Sie stellt auch eine Übersicht über die kantonalen Hilfsangebote bereit. Unisanté bietet in Lausanne medizinische Hilfe für Menschen an, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Interessierte melden sich unter 021 314 79 50.

Pressekontakt:

Markus Meury, Mediensprecher, Sucht Schweiz, 021 321 29 63, mmeury@suchtschweiz.ch



Im Internet recherchierbar unter:
- www.aktuellenews.ch
- www.help.ch
- www.pressemappe.ch

Über Sucht Schweiz:
Sucht Schweiz ist das nationale Kompetenzzentrum für Prävention, Forschung und Wissensvermittlung im Suchtbereich.

Als unabhängige und gemeinnützige Stiftung wollen wir den problematischen Gebrauch psychoaktiver Substanzen sowie substanzunabhängiges Suchtverhalten verhindern oder vermindern.

Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Den Betroffenen stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.

Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt.


Quellen:
  HELP.ch

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