Pressemitteilung
Konsumentenschutz: Rückerstattungen in Corona-Zeiten

Stiftung für Konsumentenschutz

28.10.2021, Dienstleister weigern sich bei coronabedingten Absagen häufig, die vorausgeleisteten Zahlungen zurückzuerstatten. Die Rechtslage spricht aber klar für die Konsumentinnen. Das zeigt der Fall einer Kundin, die von einem Sprachreiseanbieter (Boa Lingua) ihre Anzahlung zurückerhielt. Rückerstattungen können auch durch das Kleingedruckte (AGB) nicht grundsätzlich wegbedungen werden.

Durch die Corona-Pandemie wurden viele persönliche Pläne unverhofft über den Haufen geworfen, denn verschiedene Anbieter mussten ihre Tätigkeit einstellen. Am härtesten traf es, wer geplante Reisen, Abonnemente oder die Teilnahme an kulturellen Anlässen oder Laufveranstaltungen ganz oder teilweise im Voraus bezahlt hatte.

In einem dem Konsumentenschutz gemeldeten Fall hatte eine Konsumentin für einen Sprachaufenthalt in Panama im Juni 2020 eine Anzahlung von 600 Franken an den Reiseveranstalter Boa Lingua geleistet. Nachdem die Sprachreise coronabedingt abgesagt werden musste, bat die Konsumentin um Rückerstattung – denn eine Verschiebung des Aufenthalts war für sie ausgeschlossen. Boa Lingua wollte lediglich 77 Franken zurückbezahlen. Diesen unverhältnismässig kleinen Rückerstattungsbetrag wollte die Konsumentin nicht akzeptieren und trat ihren Forderungsanspruch an den Konsumentenschutz ab, der ein Zivilverfahren einleitete.

Daraufhin erstattete Boa Lingua den vollen Betrag zurück. Offensichtlich war sich auch Boa Lingua der klaren Rechtslage bewusst, wollte es jedoch nicht auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen.

Klare Rechtslage – kein Aushebeln durch das Kleingedruckte

Leistet die Konsumentin Vorauszahlung, so hat sie ein Recht auf Rückerstattung, wenn die Gegenleistung nicht erbracht wird. Dieser vertragsrechtliche Grundsatz kommt auch bei coronabedingten Absagen zum Tragen, da es unwesentlich ist, ob den Anbieter ein Verschulden trifft oder nicht. Auch das Kleingedruckte (AGB) kann diesen grundlegenden Rechtsanspruch nicht aushebeln.

Sprachreisen: Pauschalreisegesetz nicht vergessen!

Sobald das Pauschalreisegesetz (PRG) zur Anwendung kommt, hat die Kundin zusätzlich einen expliziten gesetzlichen Rückerstattungsanspruch. Denn gemäss PRG müssen Ersatzangebote nur angenommen werden, wenn sie zumutbar sind. Gerade für Sprachreisen steht den Konsumenten oft ein klar definiertes Zeitfenster zur Verfügung. Verschiebungen sind in den meisten Fällen keine Option.

Fazit: Bestehen Sie auf Ihren Rückerstattungsforderungen

Der vorliegende Fall zeigt, dass es sich lohnt, hartnäckig Zahlungen zurückzufordern, wenn der Anbieter die dafür versprochene Leistung nicht erbracht hat. In den meisten Fällen gilt eine Verjährungsfrist von 10 Jahren. Zahlungen, die Sie beispielsweise vor zwei Jahren geleistet haben, müssen Sie längst nicht abschreiben!


Medienkontakt:
Sara Stalder
Geschäftsleiterin
078 710 27 13

Cécile Thomi
Leiterin Recht
079 742 66 44

28.10.2021 | von Stiftung für Konsumentenschutz

--- ENDE Pressemitteilung Konsumentenschutz: Rückerstattungen in Corona-Zeiten ---

Über Stiftung für Konsumentenschutz

Die Stiftung für Konsumentenschutz vertritt seit 1964 engagiert und unabhängig die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Sie nimmt aktiv am politischen Prozess teil.

Bereits im Parlament und in der Gesetzgebung müssen die Rechte der Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber den Ansprüchen und Forderungen der Wirtschaft die Waage halten.

Die Stiftung für Konsumentenschutz versteht sich als Lobbyistin und Anwältin der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten und verhandelt mit der Wirtschaft auf Augenhöhe.


Quelle:
HELP.ch




Facebook Twitter Instagram LinkedIn Pinterest Flickr

TOP NEWS - powered by Help.ch

Jay-Z feiert heute Geburtstag - Promi-Geburtstag vom 4.12.2021 Promigate News und Geburtstage von Prominenten, 04.12.2021

BFE: UVEK startet Anhörung zur Revision des Konzeptteils des Sachplans Übertragungsleitungen Bundesamt für Energie BFE, 03.12.2021

Swissmem fordert Aufhebung der Einreisequarantäne für Geschäftsreisen Swissmem, 03.12.2021

NEWSTICKER - 04.12.2021
11:21 Uhr Espace Wirtschaft
Leder von illegalen Farmen: Luxusauto-Boom ist mitverantwortlich für Regenwald-Zerstörung »

10:41 Uhr SF Tagesschau
Der Kampf um die blaue Zone in Bern spitzt sich weiter zu »

09:31 Uhr Cash Wirtschaft
Kryptomarkt - Bitcoin stürzt 17 Prozent, Ether sackt 13 Prozent ab »

05:33 Uhr NZZ
Die Frau, die Zaras Erfolgsgeschichte weiterschreiben soll »

16:11 Uhr Computerworld
Exportrisikoversicherung zieht Reissleine bei IT-Projekt »

14:32 Uhr SNB News
2021-12-01 - Zinssätze und Devisenkurse, Dezember 2021 »

2
3
16
25
35
40
4
Nächster Jackpot: CHF 10'500'000

21
22
29
32
46
9
10
Nächster Jackpot: CHF 149'000'000

Aktueller Jackpot: CHF 2'895'411