Pressemitteilung
ARE - Nachhaltige Entwicklung in Kantonen und Städten: Wirtschaftliche und soziale Unterschiede bestehen weiterhin

Bundesamt für Raumentwicklung ARE

22.11.2021, Ittigen - Die Lebensbedingungen in den Städten verbessern sich, wirtschaftliche und soziale Unterschiede bleiben aber sowohl zwischen Kantonen wie auch zwischen Städten bestehen. Dies zeigen die neuesten Resultate des Cercle Indicateurs, eines Indikatorensystems, mit dem 19 Kantone und 32 Städte die nachhaltige Entwicklung messen.

Die Ergebnisse der Erhebung 2021 des Cercle Indicateurs zeigen, dass weiterhin soziale und wirtschaftliche Unterschiede sowohl zwischen beteiligten Kantonen als auch Städten bestehen und sich die Lebensbedingungen in den Städten tendenziell verbessern. Dem Cercle Indicateurs gehören 19 Kantone und 32 Städte an, die alle zwei beziehungsweise vier Jahre den Stand der nachhaltigen Entwicklung in ihren Gebieten erheben (siehe Kasten).

Die Kantone und Städte sind wichtige Akteure für die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). Mithilfe der Indikatoren des Cercle Indicateurs lässt sich beurteilen, wie Kantone und Städte zu den Zielen der Agenda 2030 beitragen.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen So strebt SDG 8 etwa ein dauerhaftes und breitenwirksames Wirtschaftswachstum für alle an. Der Blick auf die Verteilung der wirtschaftlichen Leistung, gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Person, zeigt grosse Unterschiede zwischen einzelnen Kantonen des Cercle Indicateurs. Das BIP pro Person des Kantons Zug ist mit rund 157 000 Franken fast dreimal so hoch wie als dasjenige der drei Kantone mit den tiefsten Werten (Appenzell-Ausserrhoden, Wallis und Uri mit durchschnittlich 55 000 Franken). Zwar lassen sich aus dem BIP keine Aussagen zur Einkommenssituation und Lebensqualität einzelner Personen oder zur Verteilung des Wohlstands ableiten, Unterschiede zeigen sich allerdings auch bei anderen Indikatoren, etwa den Wohnkosten.

Grosse Unterschiede bezüglich der Wohnkosten, gemessen am Mietpreisniveau, bestehen weiterhin, sowohl zwischen den teilnehmenden Kantonen als auch zwischen den Städten: Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons und der Stadt Genf berappen mit monatlich 28 beziehungsweise 31 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche doppelt so hohe Mietpreise wie die Einwohnerinnen und Einwohner der Kantone und Städte mit den niedrigsten Mietpreisen (Kantone Glarus und Appenzell-Ausserrhoden sowie die Städte St. Gallen und Biel). Bei Haushalten mit tiefem Einkommen können hohe Wohnkosten zur Ausgrenzung führen, was dem zentralen Prinzip der Agenda 2030 «Niemanden zurücklassen» widerspricht.

Lebensbedingungen in Städten verbessern sich SDG 11 zielt darauf ab, Städte inklusiver, sicherer und widerstandsfähiger zu machen. Die teilnehmenden Städte konnten dabei Fortschritte erzielen. Betrachtet man etwa den Anteil verkehrsberuhigter Zonen an der Gesamtlänge der Gemeindestrassen, haben grössere Städte wie Luzern, Basel, St. Gallen, Zürich, Winterthur, Lausanne und Genf stetig zugelegt, erreichen die hohen Werte von Illnau-Effretikon, Riehen und Binningen allerdings noch nicht. Verkehrsberuhigte Zonen tragen zur Wohn- und Lebensqualität bei, da ein tieferes Tempo von Fahrzeugen weniger Lärm verursacht. Auch hat sich seit Anfang der 2000er-Jahre die Luftqualität der teilnehmenden Städte stetig verbessert. Der Langzeit-Belastungs-Index (LBI), der nach Auswirkungen der Luftschadstoffe auf die menschliche Gesundheit gewichtet ist, ist seit Jahren rückläufig. Dies steht in Einklang mit SDG 3, das ein gesundes Leben aller Menschen gewährleisten will.

Cercle Indicateurs Das nationale Netzwerk Cercle Indicateurs gibt es seit 2003. Getragen wird es von den Bundesämtern für Raumentwicklung (ARE) und Statistik (BFS) sowie von Kantonen und Städten. Der Cercle Indicateurs dient dazu, den Stand der nachhaltigen Entwicklung von Kantonen und Städten zu erheben und zu vergleichen. Er umfasst rund 30 Indikatoren aus Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Rund zwei Drittel der Daten stammen aus der öffentlichen Statistik des Bundes, rund ein Drittel erheben Kantone und Städte. Die Indikatoren der Kantone werden alle zwei Jahre aktualisiert, diejenigen der Städte alle vier Jahre. Die vorliegenden Ergebnisse beruhen vorwiegend auf Daten aus dem Erhebungsjahr 2019 zu folgenden 19 Kantonen und 32 Städten:

Kantone: Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Luzern, Neuenburg, Solothurn, St. Gallen, Schwyz, Tessin, Thurgau, Uri, Waadt, Wallis, Zug und Zürich

Städte: Baden, Basel, Biel, Binningen, Bülach, Bulle, Bussigny, Frauenfeld, Freiburg, Genf, Gland, Illnau- Effretikon, Lausanne, Lugano, Luzern, Meyrin, Montreux, Neuenburg, Nyon, Onex, Orbe, Pully, Renens, Riehen, Solothurn, St. Gallen, Uster, Wallisellen, Winterthur, Yverdon-les-Bains, Zug und Zürich

Da die Daten vorwiegend 2019 erhoben wurden, zeigen sich die Auswirkungen der Covid-Pandemie in diesen Daten noch nicht.

Die Agenda 2030 und ihre Ziele für nachhaltige Entwicklung Im Jahr 2015 haben die UNO-Mitgliedsstaaten die Agenda 2030 verabschiedet. Sie bildet den globalen Referenzrahmen für nachhaltige Entwicklung. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) und ihre 169 Unterziele bilden das Kernstück der Agenda 2030. Die SDG tragen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung Rechnung.


Medienkontakt:
Maria Stoll
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Sektion Nachhaltige Entwicklung
Bundesamt für Raumentwicklung ARE
maria.stoll@are.admin.ch
Tel. 058 484 92 45

22.11.2021 | von Bundesamt für Raumentwicklung ARE

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Über Bundesamt für Raumentwicklung ARE

Das ARE ist die Fachbehörde des Bundes für Fragen der räumlichen Entwicklung, der Mobilitätspolitik und der nachhaltigen Entwicklung. Es arbeitet mit Kantonen und Gemeinden zusammen. Auch ist es bei der internationalen Zusammenarbeit in räumlichen Belangen federführend.

Das ARE folgt bei seinen Arbeiten der Vision, dass der Raum Schweiz nachhaltig gestaltet wird und das ARE diese Entwicklung massgebend mitsteuert.


Quellen:
HELP.ch   Schweizerische Eidgenossenschaft




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