Pressemitteilung
Neue Finanzdaten der Spitäler zeigen: Die Unterfinanzierung hat eine kritische Grenze erreicht

H+ Die Spitäler der Schweiz

23.09.2024, Bern (ots) - Die neusten Finanzdaten des Vereins SpitalBenchmark bestätigen die zunehmend dramatische finanzielle Lage der Schweizer Spitäler und Kliniken. Die umfassende Erhebung der Finanzkennzahlen von rund 90 Prozent der Spitäler zeigt, dass kaum ein Spital die für einen nachhaltigen Betrieb nötigen Margen erreicht. Dies erfordert ein dringendes Umdenken in der Gesundheitspolitik, wenn die Versorgung nicht gefährdet werden soll.

Die umfassend erhobenen und verifizierten Finanzdaten des Vereins SpitalBenchmark, die fast alle Schweizer Spitäler und Kliniken abdecken, zeichnen ein klares Bild: Die EBITDA-Margen (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) sind in den letzten Jahren massiv gesunken. Während für einen nachhaltigen Betrieb eine Marge von 10 Prozent nötig wäre, ist dieser Wert 2023 für die Akutspitäler auf durchschnittlich 2,5 Prozent abgesunken (vgl. Grafik 1). Die zu tiefen Margen haben auch Auswirkungen auf die Eigenkapitalreserven der Spitäler, welche zunehmend zur Deckung der laufenden Kosten eingesetzt werden müssen. Diese Reserven sind für die Akutspitäler in den letzten zwei Jahren durchschnittlich um 5,6 Prozent gesunken und nähern sich dem Mindest- Zielwert von 30 Prozent an (vgl. Grafik 2). Dies gefährdet die langfristige Investitionsfähigkeit, die für den Betrieb und die Modernisierung der Spitäler unerlässlich ist. "Wenn keine sofortigen Anpassungen erfolgen, wird die Finanzlage der Spitäler unweigerlich zu einer Einschränkung des Versorgungsangebots führen, aber auch den Druck auf das Personal erhöhen", warnt H+ Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer. "Die Kantone wären gezwungen, teure Rettungsaktionen durchzuführen, um das Angebot aufrechtzuerhalten."

Ursachen sind systembedingt

Obwohl die Umsätze der Spitäler steigen, verbessern sich die Margen nicht. Das zeigt, dass die Problematik ihren Grund im Vergütungs- und Tarifsystem hat: Die aktuellen Tarife decken die realen Kosten nicht, insbesondere im ambulanten Bereich, wo eine Unterdeckung von gegen 30 Prozent besteht. Externe Faktoren wie die Teuerung und der Fachkräftemangel haben die Lage weiter verschärft, ohne dass dies in den Tarifen berücksichtigt wurde. "Die Spitäler und Kliniken haben in den vergangenen Jahren erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt, die Lage verschlechtert sich dennoch laufend", macht Anne- Geneviève Bütikofer deutlich. "Die Spitäler stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand und es braucht jetzt zukunftsfähige Finanzierungslösungen."

Umgehende Massnahmen nötig

H+ Die Spitäler der Schweiz fordert umgehende Massnahmen von Seiten der Politik und der Krankenversicherer, um die finanzielle Situation der Spitäler zu stabilisieren und die hohe Versorgungsqualität langfristig sicherzustellen. Konkret ist eine sofortige Tariferhöhung um 5 Prozent notwendig, damit die Unterfinanzierung und die Folgen der Teuerung zumindest teilweise aufgefangen werden können. In den kommenden vier Jahren müssen zudem die ambulanten Tarife Schritt für Schritt um 15 Prozent erhöht werden, damit die realen Kosten gedeckt werden. Ebenfalls entscheidend ist, dass bestehende Fehlanreize behoben werden. Dazu trägt etwa die Einführung des kohärenten ambulanten Tarifsystems mit Pauschalen und dem Einzelleistungstarif TARDOC bei. Und bei der Volksabstimmung vom 24. November ist ein Ja zur einheitlichen Finanzierung ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Keine neuen Aufgaben ohne Finanzierung

Ein weiterer wichtiger Faktor für finanziell gesunde Spitäler ist die faire Abgeltung von neuen Vorgaben durch die Politik. Dies betrifft etwa Aufgaben in der Digitalisierung (Elektronisches Patientendossier) oder neue Qualitätsvorgaben. Aber auch die vorgeschlagene 2. Etappe der Umsetzung der Pflegeinitiative hätte für die Spitäler und Kliniken Mehrkosten in der Höhe von mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr zur Folge. "Vor dem Hintergrund der neuesten Finanzzahlen ist es schlicht illusorisch, dass die Spitäler und Kliniken diese Kosten ohne zusätzliche Finanzierung tragen sollen", so Anne-Geneviève Bütikofer (vgl. Medienmitteilung vom 22. August 2024).

Detaillierte Daten des Vereins SpitalBenchmark:

https://spitalbenchmark.ch/wp- content/uploads/2024/08/Finanzkennzahlen.html

Pressekontakt:
Anne- Geneviève Bütikofer
Direktorin
Tel.: 031 335 11 63
E-Mail: medien@hplus.ch

23.09.2024 | von H+ Die Spitäler der Schweiz

--- ENDE Pressemitteilung Neue Finanzdaten der Spitäler zeigen: Die Unterfinanzierung hat eine kritische Grenze erreicht ---


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über H+ Die Spitäler der Schweiz

Als nationaler Verband aller Schweizer Spitäler, Kliniken, Pflege- und Rehabilitationsbetriebe nehmen wir die Interessen unserer Mitglieder als Leistungserbringer und Arbeitgeber auf politischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und ethischer Ebene wahr. Die Förderung des Wohlergehens der uns anvertrauten Menschen bildet die Grundlage unserer Tätigkeit.

Wir erfassen und vertreten die Interessen unserer Mitglieder in Politik und Verhandlungsgremien auf nationaler Ebene als Partner von Behörden, Institutionen, Berufsgruppen und anderen Organisationen des Gesundheitswesens.

Wir sind im Bereich Spitäler, Kliniken, Pflege- und Rehabilitationsbetriebe die nationale Koordinations- Informations-, Service- und Wissensplattform für unsere Mitglieder, Kunden und Partner. Wir erbringen gegenüber unseren Mitgliedern und Kunden Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheitspolitik, Kommunikation, Tarife, Qualität.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
news aktuell   HELP.ch




Offizielle News-Partner:
News aktuell

Swiss Press


Logoregister

Facebook X (früher Twitter) Instagram LinkedIn YouTube

TOP NEWS - powered by Help.ch

Weltkrebstag 2026: Die Präventionslücke in der Schweiz muss geschlossen werden MSD Merck Sharp & Dohme AG, 04.02.2026

IHI Bernex AG: massiver Stellenabbau am Schweizer Standort - Angestellte Schweiz fordert Lösungen Angestellte Schweiz, 04.02.2026

Elektroautos wieder im Vorwärtsgang Bundesamt für Statistik BFS, 04.02.2026

NEWSTICKER - 04.02.2026
23:32 Uhr 20min
20-Jähriger steigt in vermeintliches Uber – und wird totgeprügelt »

21:52 Uhr Espace Wirtschaft
Autonom in Honkong, München, Zürich: Uber will schon dieses Jahr Robotaxis in Zürich einführen »

21:01 Uhr Blick.ch
Sushi statt Pfünderli!: Wilder Mieterwechsel im ältesten Einkaufszentrum der Schweiz »

20:52 Uhr SRF
Managervergütung – Die 25-Millionen-Vergütung des Novartis-Chefs im Vergleich »

18:01 Uhr NZZ
Das WEF untersucht die Epstein-Kontakte seines CEO Börge Brende »

7
17
23
25
33
38
6
Nächster Jackpot: CHF 8'700'000

14
18
31
35
46
7
11
Nächster Jackpot: CHF 16'000'000

Aktueller Jackpot: CHF 1'173'731