Pressemitteilung
150 Jahre Appenzeller Bahnen - Departement für UVEK

29.08.2025, Es freut mich und ehrt mich, dass ich die Eröffnungsworte zum 150-Jahr-Jubiläum der Appenzeller Bahnen an Sie richten darf. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, nicht ganz am richtigen Platz zu sein. Schliesslich war es nicht der Bund, der dafür sorgte, dass das Appenzellerland zu seiner Eisenbahn kam. Bis heute gibt es keinen einzigen Meter SBB-Gleis auf Appenzeller Boden.
Die Anerkennung gebührt lokalen Initiatoren: Einheimische Unternehmer, unterstützt von Gemeinden und Kantonen – und anfangs zum Teil auch von auswärtigen Investoren.
Sie warteten nicht darauf, dass andere ihre Region an das übergeordnete Verkehrsnetz anschlossen. Sie nahmen es selbst in die Hand.
Und sie taten es so, wie es ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten am besten entsprach. Das Faszinierende daran ist, dass diese von unten her gewachsene Infrastruktur auch heute noch wie angegossen zum Appenzellerland passt.
Schon die ersten beiden Linien, die vor genau 150 Jahren den Betrieb aufnahmen, prägten das Muster: Die Zahnradbahn Rorschach-Heiden diente vorab dem touristischen Verkehr, während die Schmalspurbahn St. Gallen–Herisau–Urnäsch Industriestandorte erschloss und primär Produkte und Pendler beförderte.
Auch heute dienen die Appenzeller Bahnen dem Freizeit- und Berufsverkehr gleichermassen. Im Einzugsgebiet von St. Gallen und Frauenfeld treten sie als moderne, effiziente Vorortbahnen auf. In den ländlicheren Gebieten erfüllen sie eine unverzichtbare Erschliessungsfunktion. Sie binden das Dorf Appenzell in unter einer Stunde an St. Gallen und in weniger als zwei Stunden an Zürich an. Umgekehrt bringen sie Wanderer, Biker und Skifahrer aus dem Unterland umweltfreundlich und stressfrei an ihr Ziel.
Und nicht zu vergessen: die malerischen roten Züge inmitten der grünen oder weissen Traumlandschaft geben selbst ein grossartiges Postkartenmotiv ab. Die Bahn ist ein integraler Bestandteil der touristischen Marke Appenzell.
Was wir heute als die Appenzeller Bahnen kennen, waren ursprünglich acht verschiedene lokale Bahngesellschaften. Über die Jahrzehnte hinweg wurden die einzelnen Bestandteile sorgfältig gepflegt und zielstrebig modernisiert, so dass sie mehr und mehr zu einem Netz zusammenwuchsen. Der Betrieb wurde rationeller, der Fahrplan dichter, die Reisezeiten kürzer. Das jüngste und vielleicht spektakulärste Beispiel dafür ist der Zusammenschluss der Trogener und der Gaiser Bahn zur St. Galler Durchmesserlinie. Dieses Projekt schuf mit vergleichsweise bescheidenen Investitionen einen markanten Mehrwert für die Reisenden und für die Gemeinden entlang der ganzen Linie. Auch die Bahn profitiert von günstigeren Betriebskosten.
Abgesehen von solchen Aufwertungen, ist das Netz der heutigen Appenzeller Bahnen aber noch fast genau das gleiche, wie es vor mehreren Generationen von verschiedenen Startpunkten aus angelegt wurde. Offenbar gab es am grossen Ganzen nie etwas zu verbessern. Darüber darf man gerne einmal staunen.
Für mich ist das ein wunderschönes Beispiel dafür, weshalb wir in unserem Land den Föderalismus zu Recht so hoch schätzen. Wäre es für die Menschen in der Region besser herausgekommen, wenn ihre Verkehrsinfrastruktur nach einem andernorts ausgedachten «grossen Plan» errichtet worden wäre? Ich bin nicht sicher. Und ich bin auch nicht sicher, ob wir in diesem Fall heute ein so schönes Fest feiern würden. Ob sich dann die ganze Region so herzlich mit IHRER Bahn verbunden fühlen würde, wie das hier so deutlich zu spüren ist.
Ich will damit keineswegs den Beitrag des Bundes zu dieser Erfolgsgeschichte kleinreden. Mein Departement durfte die Entwicklung der verschiedenen Appenzeller Bahnen zum heutigen integrierten Unternehmen «Appenzeller Bahnen» massgeblich begleiten und unterstützen. Ausserdem dürfen wir in unserer Rolle als Miteigentümer zu Recht auch ein bisschen stolz auf dieses Unternehmen sein.
Meine Botschaft ist eine andere. Was ich sagen will: Die Menschen in den Regionen wussten immer schon und wissen auch heute noch am besten, welche Form von Mobilität für sie die richtige ist. Und sie denken oft engagierter, intensiver, gründlicher und kreativer über passende Lösungen nach, als dies ein Planer im weit entfernten Bern tun könnte.
Das war vor 150 Jahren so, und ist es heute immer noch. Als erstes Transportunternehmen überhaupt wagen es die Appenzeller Bahnen, einen Zug ohne Lokführer über offenes Gelände fahren zu lassen. Und zwar nicht im experimentellen Versuch, sondern im fahrplanmässigen, kommerziellen Betrieb. Mit der künftig vollautomatisch betriebenen Bergbahn Rheineck-Walzenhausen schreiben die Appenzeller Bahnen sowohl Technik- als auch Eisenbahngeschichte.
Es ist wohl kein Zufall, dass diese Pioniertat von einer vergleichsweise kleinen Bahngesellschaft in der Nordostschweiz vollbracht wird, und nicht von einem international bekannten Grossunternehmen. Wie die ganze Geschichte der Appenzeller Bahnen, so ist auch dieser Meilenstein nicht das Resultat irgendeines grandiosen Masterplans. Sondern die kluge Lösung für ein lokales Problem.
Perfekt angepasst an die speziellen Bedürfnisse und Möglichkeiten vor Ort. Mit bescheidenen Mitteln umgesetzt von enthusiastischen kleinen Teams, die zielorientiert und pragmatisch zusammenarbeiten.
Das macht für mich viel vom Wesen der Schweiz aus. Wir leben von dieser Fähigkeit. Es ist vielleicht unsere heimliche Superkraft.
Deshalb bin ich zufrieden und stolz, dass mein Departement bei der Entwicklung dieser Lösung aktiv mitgeholfen hat. Die Rolle der Behörden, so wie ich sie verstehe, ist nicht, Innovationen mit ängstlichen Bedenken zu behindern. Im Gegenteil: wenn die Idee gut ist, dann sollen sie ermöglicht und sogar gefördert werden. Dazu braucht es manchmal etwas Mut, ausserhalb gut eingefahrener Gleise zu denken.
Genau so, wie es die kühnen Pioniere vor 150 Jahren taten, als sie die ersten Keimzellen der heutigen Appenzeller Bahnen anlegten. Was daraus entstanden ist, erscheint uns heute selbstverständlich. Die Bahn ist ein unverzichtbarer Teil des Alltags der Menschen in der Region geworden. Sie ist nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken.
Doch wenn man näher hinschaut, ist es ganz und gar nicht selbstverständlich. Es ist das Resultat von unermüdlicher, harter Arbeit.
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Kommunikation UVEK
+41 58 462 55 11
info@gs-uvek.admin.ch
--- ENDE Pressemitteilung 150 Jahre Appenzeller Bahnen - Departement für UVEK ---
Über Departement für UVEK
Im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) engagieren sich über 2500 Menschen für eine nachhaltige Entwicklung und den Service public. Die Bevölkerung soll auf eine solide Grundversorgung mit wichtigen öffentlichen Dienstleistungen zählen können. Die Schweiz im Zentrum von Europa ist auf moderne Verkehrswege, Kommunikations- und Stromnetze angewiesen. Diese Infrastrukturen sind eine wichtige Voraussetzung für den inneren Zusammenhalt, den Austausch mit dem Ausland und das Gedeihen der Wirtschaft. Das UVEK sorgt aber auch dafür, dass die Belange von Umwelt, Gesundheit und Sicherheit respektiert werden.
Leitmotiv des UVEK ist die Nachhaltigkeit. Eine Politik entspricht dieser Anforderung dann, wenn wir unsere heutigen Bedürfnisse decken, ohne die Chancen der künftigen Generationen zu schmälern. Das UVEK achtet darauf, dass die natürlichen Lebensgrundlagen geschützt, die öffentlichen Dienstleistungen effizient angeboten und die Bedürfnisse der Bevölkerung angemessen berücksichtigt werden.
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