Pressemitteilung
Schweizer leiden unter Wohnungsnot - aber lehnen bauliche Lösungen ab
Bildrechte: comparis.ch AG
27.01.2026, 59 Prozent der Bevölkerung nehmen in ihrer Region Wohnungsnot wahr – doch gleichzeitig werden bauliche Massnahmen zur Schaffung von mehr Wohnraum abgelehnt. Das zeigt eine repräsentative Comparis-Umfrage. Besonders Frauen sagen klar Nein zu höheren Gebäuden, dichterem Bauen und neuen Bauzonen. «Die Schweiz steckt im Dilemma: Die Wohnungsnot wird breit empfunden. Aber politisch und gesellschaftlich werden realistische Lösungen blockiert», sagt Comparis- Immobilienexperte Harry Büsser. Eine politische Schneise zu mehr Wohnraum gebe es über höhere Gebäude in den Städten.
Die Wohnungsnot in der Schweiz bleibt ein dominantes Alltagsthema. 59 Prozent der erwachsenen Bevölkerung nehmen in ihrer Region einen Mangel an verfügbarem Wohnraum wahr – in den Städten sind es sogar 66 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch mit dem grössten Immobilienportal der Schweiz.
Klare Ablehnung von Verdichtung
Obwohl eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung unter Wohnungsmangel leidet, sind bauliche Massnahmen zur Lösung des Problems unbeliebt: 50 Prozent der Umfrageteilnehmenden lehnen den Bau von höheren Gebäuden in ihrer Gemeinde (mehr als 6 Stockwerke) ab. Nur 45 Prozent sind dafür, dass so mehr Wohnraum geschaffen wird.
68 Prozent der Befragten sind gegen eine dichtere Bebauung mit weniger Grünflächen und kleineren Abständen. Neue Bauzonen auf Kosten von Landwirtschafts- oder Grünflächen werden von 66 Prozent abgelehnt. Lediglich die Einschränkung von Einsprachen findet eine relative Mehrheit: 47 Prozent sind dafür, 43 Prozent dagegen.
«Die Umfrage zeigt, dass die Schweiz zwar mehr Wohnraum braucht, aber nicht weiss, woher dieser kommen soll. Wir wollen mehr Wohnhäuser – aber weder höher noch dichter bauen, weder Grünflächen antasten noch Einsprachen reduzieren», erklärt Immobilienexperte Harry Büsser vom Vergleichsportal Comparis, das den grössten Immobilienmarktplatz der Schweiz betreibt. Das sei ein Widerspruch: «Wir können nicht mehr Wohnraum fordern und gleichzeitig jede bauliche Veränderung verhindern. Das ist, als wollte man in einem Hochhaus bequem nach oben kommen, aber weigert sich, einen Lift zu bauen», ergänzt Büsser.
Städter und Junge sind bereit für höhere Häuser
Am stärksten spüren den Wohnungsmangel die jungen Personen im Alter von 18 bis 35 Jahren (65 Prozent) und die städtische Bevölkerung (66 Prozent). Kein Wunder, sind die Jungen und die Städter auch am ehesten für bauliche Massnahmen zur Lösung der Wohnungsnot zu gewinnen. 52 Prozent der jungen Befragten (18–35 Jahre) wären bereit, höher zu bauen (mehr als 6 Stockwerke), und 54 Prozent der Städter.
Höhere Häuser in städtischen Gebieten könnten somit eine politische Schneise zu mehr Wohnraum sein. «Lassen wir die Personen in den Städten Lift statt Auto fahren», sagt Büsser. «Dies auch deshalb, weil die Umfrage zeigt, dass höhere Häuser nur direkt in der Stadt akzeptiert werden – in der Agglomeration kippt die Stimmung sofort: Dort sagen nur noch 39 Prozent «Ja» zu höheren Gebäuden.»
Die relative Mehrheit für die Einschränkung von Einsprachen könnte – politisch geschickt verpackt – der zweitwahrscheinlichste Weg zu mehr Wohnraum werden. «Ohne schnellere Baugenehmigungen bleiben die Kräne stehen. Und ohne höhere Häuser wird es in den Städten keine Entspannung geben», sagt Büsser.
Frauen nehmen Wohnungsnot wahr, aber lehnen Massnahmen dagegen ab
Obwohl Männer und Frauen die Wohnungsnot nahezu gleich stark wahrnehmen (59 Prozent vs. 58 Prozent), unterscheiden sich ihre Haltungen zu Massnahmen massiv: Während 54 Prozent der Männer höhere Gebäude befürworten, sind es bei den Frauen nur 36 Prozent. Ähnlich bei dichterer Bebauung (Männer 33 Prozent, Frauen 22 Prozent) oder neuen Bauzonen (Männer 39 Prozent, Frauen 21 Prozent). Auch Einsprachen würden Männer eher einschränken (53 Prozent) als Frauen (41 Prozent).
«Frauen tragen oft die Hauptlast für Familie und Nachbarschaft – Veränderungen im Wohnumfeld werden daher wohl stärker als Verlust von Lebensqualität wahrgenommen», erklärt Büsser. «Männer denken hier anscheinend pragmatischer und sind eher bereit, Kompromisse einzugehen – und sie tragen vielleicht auch noch immer eher die Finanzlast der Mieten.»
Insgesamt stehe die Schweiz vor einer Zukunft mit hoher Nachfrage nach Wohnraum, zu tiefer Bautätigkeit und grossen politischen Hürden. Dabei weist der Experte auf das soziale Spannungsfeld hin, vor dem die Wohnpolitik stehe: «Die massiv steigenden Mieten betreffen alle – aber die Massnahmen dagegen spalten nach Geschlecht und Alter.»
Gleichzeitig sei laut Büsser nicht absehbar, ob bauliche Lösungen der Wohnungsnot künftig auf mehr Zustimmung stossen würden. Sie seien ähnlich unbeliebt wie in der früheren Umfrage vom Mai 2025. Nur bei einer Frage gab einen statistisch signifikanten Unterschied: ob man der Ausweisung neuer Bauzonen zustimmen würde, selbst wenn dadurch Landwirtschafts- oder Grünflächen verloren gingen. Dort stimmen aktuell 30 Prozent zu, während es 2025 noch 25 Prozent waren. Hier hat sich die Stimmung also etwas zugunsten von mehr Wohnungsbau verbessert, aber ist noch weit entfernt von einer mehrheitlichen Zustimmung.
«Politik und Bauherren brauchen Geduld, Mut – und gute Argumente. Vor allem gegenüber Frauen und in ländlichen Regionen», kommentiert Büsser. «Nun müssen wir uns entscheiden: Wollen wir die Wohnungsnot ernsthaft bekämpfen oder nur darüber reden? Ohne höher zu bauen und ohne schnellere Baubewilligungsverfahren wird sich die Wohnungsnot verschärfen.»
Methodik
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im November 2025 unter 1’039 erwachsenen Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.
Weitere Informationen:
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Büsser
Immobilienexperte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail:
comparis.ch
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Über Comparis.ch AG
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Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.
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