Pressemitteilung
«Wir, Saisonnier»: Zürich 1931-2026 - Ausstellung in der Photobastei
Bildrechte: Schweizerisches Sozialarchiv Zürich
16.02.2026, Die Ausstellung zeigt ein lange verdrängtes Kapitel der Schweizer Geschichte: Saisonniers, als Arbeitskräfte geschätzt, als Menschen ausgeschlossen. Mit historischem Material, Bild und Film wirft die Ausstellung einen vielschichtigen Blick auf das Leben unter dem Saisonnierstatut – von 1931 bis heute.
Die erfolgreiche und hochaktuelle Ausstellung aus Genf kommt nun erstmals in die Deutschschweiz: nach Zürich, in die Photobastei, mitten ins ehemalige Arbeiter:innenquartier der Stadt.
Die Ausstellung beleuchtet ein Kapitel der Schweizer Geschichte, das lange im Schatten stand und dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen.
Über Jahrzehnte waren Saisonniers in der Schweiz als Arbeitskräfte willkommen, nicht aber als Menschen. Einer rigiden Aufenthaltsbewilligung unterstellt, arbeiteten sie auf unzähligen Baustellen, in Landwirtschaftsbetrieben, Privathaushalten oder im Gastgewerbe und trugen mit ihrer Arbeit massgeblich zum Schweizer Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit bei. Dies meist entfernt von ihren Familien, stets ohne Sicherheit, den Launen der Arbeitger:innen und Migrationsbehörden ausgeliefert. In Baracken und behelfsmässigen Unterkünften untergebracht, lebten und arbeiteten sie oft auch fern von der übrigen Gesellschaft – eine Realität, die sich in anderer Form bis heute fortsetzt.
Die Ausstellung widmet sich den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Saisonniers in der Schweiz und fragt nach den Bezügen zur heutigen Arbeits- und Migrationspolitik. Historische Dokumente, Interviews, Bild- und Filmmaterial lassen persönliche Geschichten und gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar werden.
Konzipiert
und erstmals gezeigt wurde die Ausstellung in Genf 2019. Der grosse Publikumserfolg führte dazu,
dass sie drei Jahre später vom Neuen Museum Biel übernommen, auf den Bieler Kontext adaptiert
und erweitert wurde. Auch in Biel war die Ausstellung ein grosser Erfolg. Nun ist sie zum ersten Mal in
der Deutschschweiz zu sehen: Der Verein histoire publique passte sie auf die Zürcher Verhältnisse an
und bringt die Ausstellung in die Zürcher Photobastei, gleich neben dem Hauptbahnhof, begleitet von
einem vielfältigen
Anreise
Photobastei, Sihlquai 125
8005 Zürich
Tram und Bus bis Limmatplatz
Öffnungszeiten
Mittwoch & Sonntag: 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Donnerstag bis Samstag: 12.00 bis 21.00 Uhr
Führungen
Führungen für Gruppen und Schulklassen auch ausserhalb der Öffnungszeiten möglich.
Anfragen unter:
Produktion
histoire publique (Zürich) in Kooperation mit den Archives contestataires, dem Collège du travail, und Rosa Brux (Genf). Die Zürcher Fassung der Ausstellung basiert auf einer Ausstellung, die auf Initiative der Stadt Genf entstand und durch das Neue Museum Biel (NMB) erweitert wurde.
Unterstützer:innen und Kooperationspartner:innen
Beitragsfonds der Stadt Zürich, Ernst Göhner-Stiftung, Fachstelle Integration Kanton Zürich, Fachstelle Rassismusbekämpfung EDI, Filmpodium Zürich, Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich, Migros Kulturprozent, Migros Engagement, Paul Schiller Stiftung, Photobastei, Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, Schweizerisches Sozialarchiv Zürich, Stiftung für die Arbeit der Frauen, Radio LoRa, Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Stiftung Temperatio, UNIA Migration Zürich/Schaffhausen, Verein Zethno, Wochenzeitung WOZ.
Medienkontakt:
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Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Schweizerisches Sozialarchiv Zürich
Über Photobastei Zürich
Die Photobastei: Das Haus der Fotografie im Herzen von Zürich Die Photobastei vereint auf zwei Stockwerken museale Ausstellungen mit dem Können der Berufsfotografie und der Leidenschaft für Fotografie. Diese Quadratur des Kreises macht sie zu einem Laboratorium der gegenseitigen Befruchtung mit einer einzigartigen, offenen Atmosphäre – mitten in der Stadt am Limmatplatz!
Auch die Bar ist nicht in erster Linie die Aufforderung zum Konsum, sondern die Einladung zur Auseinandersetzung. Hier trifft man sich und tauscht sich aus. Hier lässt man sich von über 1000 Fotobücher inspirieren, geniesst einen Bilderabend, einen Vortrag, die vielen Vernissagen oder auch eines der zahlreichen Konzerte. Die kleine Bühne bricht bewusst mit dem Monolog ex cathedra, fordert auf zum Dialog und kreiert zuweilen auch Tumulte im Kampf um die vorläufige Deutungshoheit unserer Weltbilder. Lassen auch Sie sich inspirieren!
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