Pressemitteilung
Der Wohlstand von morgen ist künstlich intelligent
Bildrechte: Angestellte Schweiz
05.03.2026, Künstliche Intelligenz entscheidet zunehmend darüber, welche Arbeit in der Schweiz entsteht - und welche an Wert verliert. Für den Erhalt von Wohlstand und sozialer Stabilität reicht es nicht, die Technologie zu nutzen; sie muss aktiv gestaltet werden. Mit der Lancierung der Denkfabrik "einstAIn" reagieren Angestellte Schweiz und Kuble - House of Intelligence auf diesen Wandel und legen mit einem ersten Report die zentralen Herausforderungen für die Schweiz offen.
Künstliche Intelligenz verändert unsere Arbeit schneller, als wir reagieren können. Wer den Überblick verliert, verliert den Anschluss. einstAIn, die neu initiierte Denkfabrik für die Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter, bringt Unternehmen, Arbeitnehmende, Wissenschaft und Politik zusammen, um die KI-Transformation in der Schweiz aktiv, fair und zukunftsfähig zu gestalten. Aus Analyse wird Aktion: Die Denkfabrik übersetzt globale und Schweizer Studien in klare Handlungsempfehlungen und mobilisiert alle Akteure in einer offenen Plattform. Mit dem Ziel, die im beispiellosen Tempo voranschreitende Entwicklung rechtzeitig zu antizipieren.
Rahmenbedingungen von Arbeit unter Druck
"Auf den ersten Blick mag es ungewöhnlich erscheinen, dass ein Arbeitnehmerverband einen Think Tank gründet. Doch die Dynamik der Künstlichen Intelligenz stellt etablierte Modelle infrage. Bisher galt: Wer acht Stunden arbeitet, bekommt acht Stunden bezahlt. Doch mit KI kann jemand in zwei Stunden schaffen, wofür er früher einen ganzen Tag brauchte. Wenn künftig nicht mehr Arbeitszeit, sondern generierter Wert zählt, müssen wir als Gemeinschaft - unter anderem - klären, wie Produktivitätsgewinne verteilt werden, damit Arbeitnehmende nicht auf der Strecke bleiben ", sagt Alexander Bélaz, Präsident von Angestellte Schweiz.
Mit einstAIn übernimmt der Personalverband Verantwortung und schafft einen Ort, an dem diese Fragen frühzeitig, faktenbasiert und im Interesse der Arbeitnehmenden diskutiert und gestaltet werden.
Acht zentrale Herausforderungen
Die neue Denkfabrik verdichtet Erkenntnisse aus internationalen und Schweizer Studien und leitet daraus konkrete Handlungsfelder und Orientierungsrahmen ab. Als erstes Ergebnis dieser Arbeit wurde ein Report erarbeitet, der acht zentrale Herausforderungen für die Schweiz identifiziert. Er macht deutlich: Für die Schweiz ist Künstliche Intelligenz kein Zukunftsversprechen, sondern ein Prüfstein für ihren Wohlstand. In einem Hochlohnland mit schrumpfender Erwerbsbevölkerung lassen sich Wettbewerbsfähigkeit, Sozialwerke und Einkommen nur sichern, wenn die Produktivität steigt und der Innovations- Vorsprung verteidigt wird - und genau hier wird KI zum entscheidenden Hebel.
"Demografie heisst: Das Arbeitskräfteangebot schrumpft, der Bedarf bleibt. Wir müssen KI als Chance nutzen, um die Arbeitsproduktivität zu erhöhen - und so den Wohlstand in der Schweiz zu sichern", sagt Patrick Chuard, Chefökonom, Schweizerischer Arbeitgeberverband.
Bedarf an Strategie und neuen Kompetenzen
Gleichzeitig zeigt sich eine gefährliche Schieflage in vielen Unternehmen. Während Mitarbeitende KI längst informell und pragmatisch einsetzen, fehlt es in zahlreichen Führungsetagen an klarer Strategie und Verantwortung. Es ist riskant, KI auf einfache, isoliert eingesetzte Tools zu reduzieren. Wer Rollen und Prozesse nicht neu denkt, verschenkt Produktivität und verschärft Unsicherheit, statt Wertschöpfung zu schaffen.
"Das KI-Zeitalter erfordert veränderte Arbeitsweisen und neue Kompetenzen. Deren Identifizierung ist entscheidend - für die Selbstentwicklung der Mitarbeitenden, das Skills-Management in Unternehmen und für die Bildung, um heutige und zukünftige Arbeitskräfte bestmöglich vorzubereiten", sagt David Gisler, Talent Acquisition Lead, Siemens.
Wertverlust der Berufe und Qualifikationen
Für Arbeitnehmende bedeutet diese Transformation einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Arbeitsplatzsicherheit wird zunehmend durch Beschäftigungsfähigkeit ersetzt. KI entwertet nicht ganze Berufe auf einen Schlag, sondern Aufgaben, Routinen und bestehende Qualifikationen. Ohne neue Kompetenzprofile und eine breite, tiefgehende "AI Literacy" droht eine strukturelle Spaltung des Arbeitsmarkts - zwischen jenen, die KI produktiv einsetzen können, und jenen, deren Arbeit schleichend an Wert verliert.
"KI wird die Wertschöpfung in der Schweiz grundlegend verändern. Damit wir diese Transformation selbstbestimmt gestalten können, brauchen wir eigene Forschungskapazitäten und offene Technologien, die transparent, rechtskonform und für alle zugänglich sind. Investitionen in die KI-Forschung sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Standorts Schweiz", sagt Imanol Schlag, AI Research Scientist, ETH AI Center.
Erwartete politische Antworten
Auch politisch ist Abwarten keine Option. Unklare regulatorische Rahmenbedingungen bremsen Innovation und Investitionen stärker als technologische Grenzen, während die Abhängigkeit von wenigen globalen Anbietern kontinuierlich wächst. Wer digitale Souveränität, Datensicherheit und Rechtssicherheit nicht aktiv gestaltet, riskiert, Wertschöpfung und Gestaltungsmacht aus der Hand zu geben.
"KI verändert unsere Arbeits- und Lebenswelt rasant. Umso wichtiger sind klare, faire Regeln, die Vertrauen schaffen, ohne Innovation zu bremsen. Mit gezielter Bildung und Sensibilisierung sorgen wir dafür, dass KI dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dient und demokratisch legitimiert gestaltet wird", sagt Dominik Blunschy, Nationalrat und Advisor Digital Business & Innovation, ti&m.
KI kann Wohlstand steigern
Die zentrale Erkenntnis des Reports ist klar: Künstliche Intelligenz ist kein Jobkiller, sondern ein Wohlstandsverstärker - sofern sie strategisch geführt, breit qualifiziert und verantwortungsvoll reguliert wird. Ob KI für die Schweiz zur Chance oder zur Belastung wird, entscheidet sich nicht im Code, sondern in den Entscheidungen von Unternehmen, Politik und Gesellschaft - und zwar jetzt.
Breit aufgestellte Advisory Community
Die Denkfabrik wird von einer interdisziplinären Advisory Community getragen, die Arbeitgeber, Arbeitnehmende, Politik und Wissenschaft vereint. Unterschiedliche Perspektiven und teils konträre Erfahrungen sind ausdrücklich Teil des Prozesses -genau darin liegt der Mehrwert. Der Austausch zwischen aktueller Forschung und praktischer Anwendung ist entscheidend, um realistische und gesellschaftlich tragfähige Leitlinien für den KI-getriebenen Wandel zu entwickeln.
einstAIn versteht sich als Plattform für Orientierung in einer Phase tiefgreifenden Wandels. In den kommenden Monaten werden konkrete Handlungsfelder weiter vertieft und die Ergebnisse in öffentlichen Formaten zugänglich gemacht. Die Advisory Community wächst dabei kontinuierlich.
"Alle Akteure aus Wirtschaft, Politik, Arbeit und Wissenschaft sind herzlich eingeladen, den Dialog aktiv mitzugestalten und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der Arbeit zu übernehmen. Mit einem breiten Dialog, einem vertieften Wissensaustausch und mutigem Handeln vergrössern wir die Chance, die Erfolgsgeschichte der Schweiz im Zeitalter der Intelligenz fortzuführen", wird Roger Oberholzer, Partner und Academy-Lead beim Mitinitiant Kuble - House of Intelligence zitiert.
Zum Report:
Über einstAIn
"einstAIn" ist die Denkfabrik für die Zukunft der Arbeit im Zeitalter von KI. Initiiert von Angestellte Schweiz und Kuble - House of Intelligence, dient "einstAIn" als Dialogplattform, die Unternehmen, Arbeitnehmende, Forschung und Politik vernetzt. Ziel ist es, den durch KI getriebenen Wandel der Arbeitswelt aktiv, fair und nachhaltig zum Vorteil aller zu gestalten.
Über Kuble - House of Intelligence
Kuble übersetzt seit 2009 neue Technologien in die Praxis. Die Kuble ACADEMY vermittelt anwendbare KI-Kompetenz und hat seit 2022 über 800 Fach- und Führungskräfte weitergebildet. Das Team berät Unternehmen in der Transformation ins Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und bietet KI-Lösungen wie den SWISS AI DESK für mehr Produktivität, Wachstum und Innovation. Aus der Schweiz für die Schweiz.
Pressekontakt:
Kuble - House of Intelligence
Roger Oberholzer |
Head of Education & Strategy
Angestellte Schweiz
Alexander Bélaz | Präsident
Christian Vogt | Kommunikation (Deutsch)
Laure Fasel | Kommunikation (Französisch)
--- ENDE Pressemitteilung Der Wohlstand von morgen ist künstlich intelligent ---
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Angestellte Schweiz
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