Pressemitteilung
Kanton Glarus schliesst Rechnung 2025 mit Gewinn ab

Kantonale Verwaltung Glarus

18.03.2026, Der Kanton Glarus schliesst die Jahresrechnung 2025 mit einem Gewinn von 0,7 Millionen Franken ab. Damit fällt das Ergebnis deutlich besser aus als budgetiert. Insgesamt bleiben die kommenden Jahre für den Kanton Glarus finanziell herausfordernd.

Während das Budget für das Jahr 2025 ein Defizit von 5,2 Millionen Franken prognostizierte, fällt die Rechnung mit einem Gewinn von 0,7 Millionen Franken um 5,9 Millionen Franken besser aus. Die Rechnung enthält eine zusätzliche Einlage in den Energiefonds von 8 Millionen Franken und eine Einlage in die finanzpolitische Reserve von 6,3 Millionen Franken. Ohne diese Einlagen hätte der Überschuss 15 Millionen Franken betragen.

Sondereffekte beeinflussen die Rechnung
Massgeblich zum positiven Abschluss beigetragen haben Sondereffekte auf der Ertragsseite in der Höhe von 19,3 Millionen Franken. Dazu zählen eine Sonderdividende der Axpo Holding AG (+10,3 Mio. Fr. ggü. Budget), eine Einmalzahlung der Axpo Solutions AG für die Energieverwertung des Kantonsanteils am Kraftwerk Linth-Limmern (+3,9 Mio. Fr.; s. Mitteilung) und die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (+5,1 Mio. Fr.). Zudem fielen auch die Steuererträge (inkl. Anteil an direkter Bundessteuer) um 11,2 Millionen Franken höher aus als budgetiert. Diese wurden jedoch durch deutlich höhere Aufwände im Gesundheits- und Sozialwesen wieder ausgeglichen.

Verzögerungen bei Investitionen
Zum positiven Ergebnis beigetragen haben auch die deutlich tieferen Nettoinvestitionen von 23,7 Millionen Franken anstelle der im Budget geplanten 41 Millionen Franken. Dazu beigetragen haben Verzögerungen bei verschiedenen Projekten wie der Erweiterung der Berufsfachschule Ziegelbrücke (-6,6 Mio. Fr.), dem Projekt Futuro der Sportbahnen Elm AG (-4,0 Mio. Fr.) oder dem Entwässerungsstollen in Braunwald (-3,9 Mio. Fr.). Dank den tieferen Nettoinvestitionen und dem besseren Gesamtergebnis beträgt der Selbstfinanzierungsgrad 114,8 Prozent. Im Budget 2025 wurde noch ein Selbstfinanzierungsgrad von -4,2 Prozent befürchtet.

Einlagen in den Energiefonds und in die finanzpolitische Reserve
Da der Ertragsüberschuss wesentlich auf unerwarteten Entschädigungen aus dem Energiesektor beruht, nahm der Regierungsrat eine zusätzliche Einlage von 8 Millionen Franken in den Energiefonds vor. Mit dieser zusätzlichen Einlage ist der Beschluss der Landsgemeinde aus dem Jahr 2022 über eine Einlage in den Energiefonds von insgesamt 24 Millionen Franken erfüllt und die Jahresrechnungen ab dem laufenden Jahr 2026 werden von der jährlichen Einlage über 1 Million Franken entlastet.

Ferner werden 6,3 Millionen Franken in die finanzpolitische Reserve eingelegt. Dies entspricht dem Betrag, der aufgrund der ausgebliebenen Gewinnausschüttung der Schweizer Nationalbank in der Jahresrechnung 2024 aus der finanzpolitischen Reserve entnommen wurde. Damit wird diese Entnahme kompensiert.

Eigenkapital und Nettovermögen nehmen zu
Die Bilanzsumme erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um 25,1 Millionen auf 684,2 Millionen Franken. Das Eigenkapital wächst um 20,1 Millionen auf 369,3 Millionen Franken. Auch das Nettovermögen nimmt erstmals seit dem Jahr 2019 um 0,4 Millionen Franken auf 86,2 Millionen Franken leicht zu.

Finanzlage bleibt herausfordernd
Für die Jahresrechnung 2026 gibt es bereits zwei erfreuliche Signale: Zum einen erfolgt eine Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank von 12,5 Millionen Franken anstelle der budgetierten 6,3 Millionen Franken. Zum anderen hat die Axpo Holding AG der Generalversammlung eine um 1,7 Millionen Franken höhere Axpo-Dividende beantragt als budgetiert. Es wird ausserdem mit einem höheren Steuerertrag gerechnet als budgetiert. Hingegen sind Budgetüberschreitungen bei den Gesundheitskosten zu erwarten.

Mittelfristig bleiben die Ergebnisse ohne Sondereffekte negativ. Insgesamt bleiben damit auch die kommenden Jahre für den Kanton finanziell herausfordernd.

18.03.2026 | von Kantonale Verwaltung Glarus

--- ENDE Pressemitteilung Kanton Glarus schliesst Rechnung 2025 mit Gewinn ab ---


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Über Kantonale Verwaltung Glarus

Bronzezeitliche (13.-9. Jh. v. Chr.) Funde sind erste Belege menschlicher Anwesenheit im Glarnerland. Für die keltische Besiedlung (3. Jh. v. Chr.) sprechen Bodenfunde und Ortsbezeichnungen. So leitet sich der Name des Talflusses «Linth» vom keltischen «linta» ab, was die Geschmeidige oder Schlange, Drache bedeutet.

Reste römischer Bauten finden sich am Walensee und auf Kerenzen. Zu Beginn unserer Zeitrechnung gehört das Glarnerland zur Provinz Rätien.

Die erste Talkirche wird im 6. Jahrhundert in Glarus gebaut. Um 700 wandern die Alemannen ein, deren Sprache sich aber erst im 11. Jahrhundert allgemein durchsetzt. Zu dieser Zeit untersteht das Glarnerland dem Kloster Säckingen.

Im 13. Jahrhundert kommt es unter habsburgische Vormacht, die die Glarner abzuschütteln versuchen. Sie verfügten nämlich über eine gewisse Eigenständigkeit, urkundet doch 1282 «die Gemeinschaft der Männer des ganzen Tales Glarus». 1351 lassen sie sich von Zürchern und Innerschweizern erobern. Nachdem sie 1352 einen ersten Rückeroberungsversuch Habsburgs zurückgeschlagen haben, schliessen sie den Bund mit den Eidgenossen und errichten unterhalb Näfels eine Letzimauer, von der Überreste heute noch festzustellen sind. Nach der Schlacht bei Sempach erobern sie das Städtchen Weesen, das durch eine verräterische Mordnacht im Februar 1388 wieder verloren geht.

An der ersten ausführlich dokumentierten Landsgemeinde geben sie sich 1387 eigene Satzungen und legen damit den Grundstein zur heutigen demokratischen Verfassung.

Am 9. April 1388 schlagen sie in der Schlacht bei Näfels ein mehrfach überlegenes habsburgisches Heer und befreien sich mit diesem Sieg von der habsburgischen Herrschaft. - Seither erinnert die am ersten Donnerstag im April begangene Näfelser Fahrt an dieses Ereignis.

1395 kaufen sie sich von Säckingen los, zahlen dem Frauenkloster aber noch bis zum Umsturz Ende des 18. Jahrhunderts einen «ewigen» Jahreszins.

Schon vor 1530 ist die Mehrheit der Glarner und Glarnerinnen reformiert. Zwingli hatte während zehn Jahren in Glarus als Pfarrer gewirkt und seine Reformationsschrift 1523 «Ammann, Rat und Gmeind des Lands Glaris» gewidmet. Nur Näfels und Oberurnen bleiben beim alten Glauben und einige wenige andere Gemeinden werden paritätisch. Erste Grundsätze von Religionsfreiheit vermögen jedoch die Spannungen zwischen den Konfessionen nicht zu verhindern. Immerhin überdauert das Simultanverhältnis an der Kirche von Glarus: bis zur Weihe der katholischen St. Fridolins Kirche 1964 nutzen beide Konfessionen die gleiche Kirche; daran vermag selbst der verheerende Brand von Glarus (1861) nichts zu ändern. Die Staatsgewalt jedoch teilt sich. Es gibt drei Landsgemeinden: je eine der Angehörigen der beiden Glaubensgruppen und die gemeinsame. Auch die Gerichte, das Militär- und Postwesen und der Salzhandel trennen sich. Es gelten gar, weil die Reformierten den Gregorianischen Kalender ablehnen, während eines Jahrhunderts zwei Kalender. 1836 hebt die neue Kantonsverfassung diese konfessionelle Landesteilung auf.

1799 wird das Glarnerland zum Kriegsschauplatz fremder Heere. Die Franzosen zwingen die über den Pragelpass und das Klöntal vorgestossenen Russen unter General Suworow zum verlustreichen Rückzug über den verschneiten Panixerpass. - Aus dem ausgehungerten Land ziehen 1200 Kinder in andere Kantone, wo sie Ernährung und Hilfe finden müssen.

Seit alters her an das Mitbestimmen an der Landsgemeinde gewohnt, prägt die Glarner Arbeiterschaft zusammen mit sozial gesinnten Ärzten und Pfarrern die Sozialgesetzgebung im 19. und 20. Jahrhundert. So wird z. B. 1856 die Fabrikarbeit für unter 12-jährige verboten und 1864 das erste demokratisch durchgesetzte Fabrikgesetz erlassen. Es reduziert die tägliche Arbeitszeit auf zwölf Stunden (1872 auf elf Stunden), verbietet Nacht- und Kinderarbeit, schreibt Arbeitssicherheits- und Hygienemassnahmen vor und bringt einen bescheidenen Wöchnerinnenschutz.

1916 stimmt die Landsgemeinde der Schaffung einer kantonalen Alters- und Invalidenversicherung zu. Diese erste obligatorische Sozialversicherung findet mit der AHV erst 1948 eine Entsprechung auf Bundesebene. Ebenfalls ist es die Glarner Landsgemeinde, die 1925, als erstes seiner Art, das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung erlässt. Der Fabrikarbeiterverein Schwanden gründet 1864 den ersten Konsumverein der Schweiz.

Zwischen dem Walensee und dem Zürichsee geht es hinein in das tief eingeschnittene Tal des Glarnerlands. Bis zu 1.750 Metern wachsen die Berge hier aus dem Boden. Mit 3.614 Metern ist der Tödi der höchste Berg der Ostschweiz. Das Glarnerland, als Kanton einer der ältesten Kantone der Schweiz, ist eine Ferienregion der Vielfalt. Erstklassige Angebote für Familien gehen einher mit hochalpinen Wander- und Tourenmöglichkeiten, Skispass in zwei attraktiven Wintersportgebieten und jeder Menge Kultur.

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Quellen:
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