Pressemitteilung
MSD plädiert an den Trendtagen Gesundheit Luzern 2026 für eine zukunftsfähige Schweizer Gesundheitsindustrie
30.03.2026, MSD plädiert an den Trendtagen Gesundheit Luzern 2026 für eine zukunftsfähige Schweizer Gesundheitsindustrie.
MSD Schweiz, ein führendes Biopharmaunternehmen, plädierte an den Trendtagen Gesundheit Luzern (TGL) dafür, Wirtschaft und medizinische Versorgung konsequent zusammenzudenken – nur so entsteht eine tragfähige Zukunftsvision.
«In unsicheren Zeiten ist es wichtig, den Überblick zu behalten und nicht in Silos zu denken. Gesundheit und Wirtschaft gehören zusammen und brauchen eine gemeinsame Vision für die Zukunft. Daran sollten wir auch alle gemeinsam arbeiten,» sagte Dr. Gila Stump, Leiter External Affairs und Market Access bei MSD Schweiz.
Unter dem diesjährigen TGL Moto «Grenzenlosigkeit: Grenzen ziehen – verschieben – überwinden» diskutierten im Kultur- und Kongresszentrum Luzern auf dem Panel «Schweizer Gesundheitsindustrie in turbulenten Zeiten» Dr. Stump, Bernhard Bichsel (Co CEO ISS AG) und Diego Taboada (Avenir Suisse) pointiert über die Standortattraktivität und den verlässlichen Patientenzugang in der Schweiz.
«Die Trendtage Gesundheit Luzern sind eine wichtige Plattform der Gesundheitspolitik, weil sie Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Medizin, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenbringen,» sagte Stump. «Genau dieser interdisziplinäre Austausch ist entscheidend, wenn es um Herausforderungen im Gesundheitswesen, Standortattraktivität, Versorgungssicherheit und Zugang zu Innovationen geht. Lösungen können nur entstehen, wenn alle relevanten Perspektiven am Tisch sind und auch verknüpft werden.»
MSD engagiert sich seit Jahren als Partner der Trendtage Gesundheit Luzern und bringt sich unter anderem über das Advisory Board in die inhaltliche Weiterentwicklung des Anlasses ein.
Kurzinterview
Nachfolgend drei Fragen an Dr. Stump, die zentrale Punkte aus dem Panel vertiefen und einordnen:
Frage 1: Dr. Stump, was ist aus Ihrer Sicht der dringendste Hebel, um die Standortattraktivität der Schweizer Gesundheitsindustrie in «turbulenten Zeiten» zu sichern?
Es gibt natürlich viele Faktoren, die für die Standortattraktivität wichtig sind. Ein starker Hebel ist ein zuverlässiger und schneller Patientenzugang zu Innovationen, was ein innovationsfreundliches Land auszeichnet und dessen Bevölkerungsgesundheit stärkt. Die Schweiz fällt beim Zugang zu neuen, innovativen Arzneimitteln im europäischen Vergleich weiter zurück und hält sich hauptsächlich dank einer Sonderlösung, Art. 71a ff. in der Krankenversicherungsverordnung (KVV), die einen Zugang zu innovativen Medikamenten erlauben, ohne dass diese von der Swissmedic zugelassen oder über die Spezialitätenliste von den Krankenkassen vergütet werden. Trotz dieser Sonderlösung rutschte die Schweiz in der jährlichen Erhebung des Europäischen Pharmaverbandes EFPIA über die letzten Jahre bis 2024 auf den siebten Platz ab. Der Indikator zeigt, wie viele zentral zugelassene Medikamente für Patientinnen und Patienten verfügbar sind und wie lange es vom Zulassungsdatum bis zur öffentlichen Erstattung und Verfügbarkeit dauert.
Besonders alarmierend ist, dass in der Schweiz nur rund halb so viele neue, innovative Arzneimittel regulär über die Spezialitätenliste (SL) vergütet, und damit von der Krankenkasse übernommen werden, wie in Deutschland mit sinkender Tendenz.
Wenn wir den Zugang zu den innovativsten Medikamenten in der Schweiz nachhaltig sichern wollen, braucht es einen klaren Fokus auf Planbarkeit und Tempo in den Zugangsprozessen und ein klares Bekenntnis zum Nutzen der Innovation. Die Schweiz investiert heute prozentual deutlich weniger des Bruttoinlandprodukts in innovative Medikamente als viel andere Länder.
Frage 2: Welches sind die Hürden für eine gemeinsame Zukunftsvision für bessere medizinische Versorgung.
Unser oberstes Ziel ist klar. Innovative Medikamente und Impfstoffe sollen die Patientinnen und Patienten zuverlässig und rasch erreichen. Dafür sind zwei Schritte entscheidend: regulatorische Zulassung und Vergütung.
Bezüglich des regulatorischen Zulassungsprozesses hat Swissmedic in den letzten Jahren spürbare Fortschritte erzielt. Die regulatorischen Abläufe sind heute deutlich besser planbar und insgesamt effizienter.
Die zweite Hürde ist der Vergütungsprozess beim Bundesamt für Gesundheit. Dieser zieht sich zunehmend in die Länge. Nicht selten werden innovative Therapien, obwohl in klinischen Leitlinien empfohlen, nicht vergütet, was den Zugang für Patientinnen und Patienten spürbar einschränkt.
Ich verstehe die Notwendigkeit einer Kostensteuerung und die Sicherstellung der Finanzierbarkeit. Gleichzeitig dürfen solche Massnahmen den Zugang zu neuen Behandlungen aber nicht unverhältnismässig erschweren, erst recht nicht in einem Land, das historisch für einen innovationsfreundlichen Gesundheitssektor steht, von welchem es zudem wirtschaftlich überdurchschnittlich profitiert, und welches auch zukünftig auf Innovation angewiesen ist.
Denn die Herausforderungen nehmen zu: Die Demografie verändert sich, Erkrankungen bei jüngeren Erwachsenen nehmen zu, und die Ressourcen im Gesundheitswesen werden knapper – Stichwort Fachkräftemangel. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht in Silos denken, sondern Gesundheit, Wirtschaft und Finanzen gemeinsam betrachten. Innovation ist dabei nicht nur medizinisch relevant, sondern auch ein Wohlstandsfaktor: Sie stärkt den Forschungs- und Bildungsstandort über klinische Studien, schafft Investitionen, Arbeitsplätze, Löhne und Steuereinnahmen – und trägt damit zur Stabilität des Gesamtsystems bei. Bei der sich aktuell in der Vernehmlassung befindlichen KVV-Revision, bleibt dieser Gedanke leider weitgehend auf der Strecke.
Frage 3: Wie kann MSD zur Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens beitragen, und warum ist das für die Zukunft des Landes entscheidend?
Die Digitalisierung ist entscheidend, damit die Schweiz die hohe Behandlungsqualität langfristig sichern und zugleich effizienter werden kann – gerade, weil heute viele Systeme parallel laufen und zu wenig durchgängig miteinander verbunden sind. Diese Fragmentierung bremst Verbesserungen in der Versorgung und bindet Ressourcen, die wir angesichts steigender Anforderungen dringend brauchen.
MSD – genauso wie ich – denkt, dass die Pharmaindustrie sich insgesamt hier als Partner versteht: Wir wollen gemeinsam mit Bund, Kantonen, Leistungserbringern, Versicherern, Industrie und Technologiepartnern an einem stärker vernetzten und effizienteren Gesundheitswesen mitarbeiten – damit digitale Lösungen einen messbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten stiften, Prozesse vereinfachen und Ressourcen zielgerichteter eingesetzt werden können.
Gleichzeitig hoffen wir, dass das nationale Programm DigiSanté nun zählbare Fortschritte erzielt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Weichen dafür gestellt. Jetzt braucht es konsequente nächste Schritte in der Umsetzung.
Ein zentraler Baustein dafür ist das elektronische Gesundheitsdossier inklusive einer vom Bund zentral bereitgestellten technischen Infrastruktur und dem Abbau von Hürden für Eröffnung und Nutzung. Dies auch weil solche digitalen Plattformen entscheidend für die klinische Forschung sind und dazu beitragen, dass die Schweiz international wettbewerbsfähig bleibt und nicht an Attraktivität für klinische Studien verliert.
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Über MSD Merck Sharp & Dohme AG
Seit mehr als 125 Jahren steht MSD im Dienste des Lebens und entwickelt Medikamente und Impfstoffe für viele der weltweit besonders herausfordernden Krankheiten. Damit arbeiten wir an der Verwirklichung unserer Mission, Leben zu retten und zu verbessern.
MSD ist ein Handelsname von Merck & Co. Inc. mit Hauptsitz in Kenilworth, New Jersey, in den USA. Wir stellen unser Engagement für die Patienten und die Gesundheit der Bevölkerung unter Beweis, indem wir durch weitreichende Strategien, Programme und Partnerschaften den Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern.
Heute ist MSD nach wie vor führend im Bereich der Forschung zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten, die Menschen und Tiere bedrohen, darunter Krebs, Infektionskrankheiten wie HIV und Ebola sowie neu auftretende Tierkrankheiten. Wir verfolgen den Anspruch, das weltweit führende forschungsintensive biopharmazeutische Unternehmen zu sein.
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