Pressemitteilung
Global vernetzt: geographische und strukturelle Vielfalt kolonialer Spuren im Baselbiet
01.04.2026, Über ein Jahr lang hat der Historiker Andreas Zangger in Sachen koloniale Vergangenheit von Baselbieter Persönlichkeiten aufwändige Recherchen durchgeführt. Neben dem Staatsarchiv BL erstreckte sich seine Arbeit über weitere regionale, nationale und internationale Archive. Zudem wertete er Literatur in verschiedenen Sprachen aus. Das Thema fokussiert auf die kolonialen Verflechtungen von Baselbieterinnen und Baselbietern im 18. bis 20. Jahrhundert.
Obwohl weder die Schweiz noch das Baselbiet Kolonien besessen haben, waren Personen aus dem Baselbiet an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Rollen in den Kolonialismus involviert. Ein im Auftrag des Regierungs- und Landrats erstellter Untersuchungsbericht enthält eine grosse Bandbreite an Fallbeispielen und biographischen Spuren. Viele davon waren bislang nicht oder nur unzureichend bekannt. Baselbieterinnen und Baselbieter waren in den europäischen Kolonien als Söldner, Kolonialbeamte, Kaufleute, Plantagenmanager, Minenpersonal, Siedlerinnen und Siedler sowie als Missionarinnen und Missionare, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder als Lehrerinnen und Lehrer tätig. Die Intensität der Involvierung unterscheidet sich erheblich. Die meisten Personen waren indirekt beteiligt. Die Bandbreite von Rollen umfasste nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten kolonialer Produkte, sondern auch Kaufleute, die sich am Sklavenhandel beteiligt haben. Involviert waren Personen aus allen Schichten.
Koloniale Verflechtungen vielfältig, aber insgesamt nicht besonders stark
Der Bericht, der wissenschaftlich unabhängig erstellt und durch die Begleitkommission verabschiedet wurde, kommt zum Schluss, dass die koloniale Verflechtung des Kantons insgesamt nicht besonders stark ausgeprägt war. Das hängt mit der wirtschaftlichen Ausrichtung der Region zusammen. Die Seidenbandweberei war nicht vornehmlich auf kolonial geprägte Rohstoff- und Absatzmärkte ausgerichtet. Dementsprechend fehlten im Baselbiet Netzwerke weitgehend, die den Einstieg in koloniale Karrieren erleichtert hätten. Eine Ausnahme bildete die Basler Mission, die in der Region fest verankert war.
General Sutter, ein untypisches Beispiel
Johann August Sutter oder General Sutter ist ein prominentes, wenn auch ein untypisches Beispiel für den Kanton. Die lange dominierende heroische Erzählung von Sutters Leben ist seit längerer Zeit hinterfragt worden. Bereits in den späten 1980er Jahren wurde im Baselbiet erste Kritik geäussert. Es wurde bemerkt, dass die amerikanische Geschichte auch ihre Schattenseiten aufweise, wie etwa die Vernichtung der Indigenen und die Sklaverei, die nicht ausgeblendet werden dürften. Typischer für lokale koloniale Verbindungen ist Benedikt Banga (1802-1865). Als Erziehungsrat und Gründer des Kantonsmuseums war er bestrebt, die Museumsbestände mit Objekten aus der kolonialen Welt anzureichern, sofern diese für das Prestige des jungen Kantons und die Ausbildung der Jugend gereichten.
Der nun publizierte Bericht hat Fakten zum Verhältnis des Baselbiets zum Kolonialismus systematisch aufgearbeitet und stellt diese nun für die öffentliche Diskussion, die Vermittlung sowie die künftige Beschäftigung mit dem Thema zur Verfügung.
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Über Kantonale Verwaltung Basel Land
Auf dem Gebiet des heutigen Kantons Basel-Landschaft bestanden vor den napoleonischen Umwälzungen Teile des Fürstbistums Basel sowie des Untertanengebiets der Stadt Basel, die 1501 der Schweizerischen Eidgenossenschaft beitrat. 1798/1803 gelangten Teile des Fürstbistums Basel an die Stadt Basel, während andere Teile 1815 beim Wiener Kongress dem Kanton Bern zugeschlagen wurden.
Im Jahre 1832 wehrten sich die Landgemeinden gegen die Dominanz der noch aristokratisch regierten Stadt Basel. Die linksrheinischen Gemeinden konstituierten sich als selbständigen Halbkanton Basel-Landschaft und gaben sich eine liberale, repräsentative Verfassung (Halbkantone sind diejenigen völlig selbständigen Kantone, die aufgrund von internen Kantonstrennungen entstanden, im Verhältnis zur gesamten Eidgenossenschaft bzw. zum Bund aber Teil eines Vollkantons geblieben sind). Der neue Kanton wurde 1833 von der Tagsatzung der Eidgenossenschaft anerkannt (siehe: Basler Kantonsteilung). Inoffizielles gemeinsames Kantonswappen von Stadt und LandInfolge innerer Spannungen gab sich der Kanton im 19. Jahrhundert mehrfach neue Verfassungen: Beschränkung von Kompetenzstreitigkeiten 1838 und 1850, Durchbruch der demokratischen Bewegung 1863, Ausbau der Demokratie, Grundlage für Förderung der Wohlfahrt und für Erhebung der Staatssteuer 1892. Die heutige, sechste Verfassung von 1984 brachte eine erneute Erweiterung der Volksrechte (u. a. erster Ombudsmann der Schweiz) und war im Übrigen eine formale Neufassung der im Laufe von fast hundert Jahren über zwei Dutzend Mal geänderten Verfassung von 1892.
Versuche zu einer Wiedervereinigung mit Basel-Stadt wurden häufiger unternommen, scheiterten aber letztmals im Jahre 1969 am 'Nein' der Stimmberechtigten in Baselland. 1994 kam das nach einer Volksabstimmung vom Kanton Bern an Basel- Landschaft abgetretenen Laufental zum Kanton Basel-Landschaft hinzu.
Der Kanton Baselland ist reich an landschaftlichen Schönheiten und kulturellen Höhepunkten. Klassische Konzerte, die Spuren der Römer, eine Schifffahrt auf dem Rhein oder eine Einkaufstour in einem unserer historischen Städtchen sind nur wenige Vorschläge, die zeigen, dass es im Baselbiet viel zu entdecken gibt. Ob Sie als Wanderer die Höhen des Jura erkunden, oder ob Sie als Seminar- oder Geschäftsgast ins Baselbiet kommen, die Region bietet viele attraktive Details, die Ihren Aufenthalt zum Erlebnis machen.
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