Pressemitteilung
Kantonsbeiträge für die Sanierung von Trockenmauern
10.04.2026, Der Regierungsrat spricht Beiträge zur Wiederherstellung von Trockenmauern in Oberurnen, Sool und Nidfurn.
Die Gemeinde Glarus Nord plant im laufenden Jahr Sanierungsarbeiten von Trockenmauern in Oberurnen. Saniert werden die Trockenmauer «Sand» über eine Länge von 55 Metern und die Trockenmauer «Acheren» über 50 Meter. Sie sind in einem schlechten baulichen Zustand, weisen fehlendes Mauerwerk auf und sind von Vegetation überwachsen.
Beide Trockenmauern sind im Verzeichnis der schützenswerten Natur- und Landschaftsobjekte von lokaler Bedeutung eingetragen. Die Mauer «Sand» liegt zudem entlang eines historischen Verkehrsweges von nationaler Bedeutung. Ein Teil der Mauer «Acheren» ist im kantonalen Biotopverzeichnis aufgeführt. Die Sanierungsarbeiten sollen im Herbst 2026 durchgeführt werden. Der Gemeinde Glarus Nord werden Förderbeitrage von maximal 34'460 Franken an die Sanierung der Trockenmauer «Acheren» und von 33'000 Franken an die Sanierung der Trockenmauer «Sand» zugesichert.
Sanierung in Sool geplant, in Nidfurn schon umgesetzt
Auch die Gemeinde Glarus Süd plant Sanierungsarbeiten an historischen Trockenmauern. Im Jahr 2026 sollen die Mauern links und rechts der Geissgasse in Sool saniert werden. Sie ist ein Wanderweg von regionaler Bedeutung und gilt als kulturhistorisch und landschaftlich schützenswertes Objekt. Die Trockenmauern prägen das charakteristische Erscheinungsbild der alten Geisstriebwege vom Talboden die Hänge hinauf. In den kommenden Jahren ist eine abschnittsweise Sanierung der Geissgasse vorgesehen, da mehrere Trockenmauerabschnitte baufällig sind. Dafür spricht der Regierungsrat einen Förderbeitrag von maximal 205'770 Franken.
Die Gemeinde Glarus Süd hat in den Jahren 2022 bis 2025 bereits den Grossteil der Trockenmauer Schwandner Matt in Nidfurn saniert. Die Mauer liegt im Grundeigentum der Gemeinde, verläuft durch das Landwirtschaftsgebiet und dient als Abgrenzung zu Nachbarparzellen. Sie gilt als Trockenmauer von regionaler Bedeutung und stellt ein kulturhistorisch bedeutendes Landschaftselement mit Biotopfunktion dar. In den vier Jahren wurden insgesamt 140 Laufmeter Mauer instand gesetzt. Die Sanierung wird mit einem Förderbeitrag von maximal 97'000 Franken unterstützt.
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055 646 64 00
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--- ENDE Pressemitteilung Kantonsbeiträge für die Sanierung von Trockenmauern ---
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Über Kantonale Verwaltung Glarus
Bronzezeitliche (13.-9. Jh. v. Chr.) Funde sind erste Belege menschlicher Anwesenheit im Glarnerland. Für die keltische Besiedlung (3. Jh. v. Chr.) sprechen Bodenfunde und Ortsbezeichnungen. So leitet sich der Name des Talflusses «Linth» vom keltischen «linta» ab, was die Geschmeidige oder Schlange, Drache bedeutet.
Reste römischer Bauten finden sich am Walensee und auf Kerenzen. Zu Beginn unserer Zeitrechnung gehört das Glarnerland zur Provinz Rätien.
Die erste Talkirche wird im 6. Jahrhundert in Glarus gebaut. Um 700 wandern die Alemannen ein, deren Sprache sich aber erst im 11. Jahrhundert allgemein durchsetzt. Zu dieser Zeit untersteht das Glarnerland dem Kloster Säckingen.
Im 13. Jahrhundert kommt es unter habsburgische Vormacht, die die Glarner abzuschütteln versuchen. Sie verfügten nämlich über eine gewisse Eigenständigkeit, urkundet doch 1282 «die Gemeinschaft der Männer des ganzen Tales Glarus». 1351 lassen sie sich von Zürchern und Innerschweizern erobern. Nachdem sie 1352 einen ersten Rückeroberungsversuch Habsburgs zurückgeschlagen haben, schliessen sie den Bund mit den Eidgenossen und errichten unterhalb Näfels eine Letzimauer, von der Überreste heute noch festzustellen sind. Nach der Schlacht bei Sempach erobern sie das Städtchen Weesen, das durch eine verräterische Mordnacht im Februar 1388 wieder verloren geht.
An der ersten ausführlich dokumentierten Landsgemeinde geben sie sich 1387 eigene Satzungen und legen damit den Grundstein zur heutigen demokratischen Verfassung.
Am 9. April 1388 schlagen sie in der Schlacht bei Näfels ein mehrfach überlegenes habsburgisches Heer und befreien sich mit diesem Sieg von der habsburgischen Herrschaft. - Seither erinnert die am ersten Donnerstag im April begangene Näfelser Fahrt an dieses Ereignis.
1395 kaufen sie sich von Säckingen los, zahlen dem Frauenkloster aber noch bis zum Umsturz Ende des 18. Jahrhunderts einen «ewigen» Jahreszins.
Schon vor 1530 ist die Mehrheit der Glarner und Glarnerinnen reformiert. Zwingli hatte während zehn Jahren in Glarus als Pfarrer gewirkt und seine Reformationsschrift 1523 «Ammann, Rat und Gmeind des Lands Glaris» gewidmet. Nur Näfels und Oberurnen bleiben beim alten Glauben und einige wenige andere Gemeinden werden paritätisch. Erste Grundsätze von Religionsfreiheit vermögen jedoch die Spannungen zwischen den Konfessionen nicht zu verhindern. Immerhin überdauert das Simultanverhältnis an der Kirche von Glarus: bis zur Weihe der katholischen St. Fridolins Kirche 1964 nutzen beide Konfessionen die gleiche Kirche; daran vermag selbst der verheerende Brand von Glarus (1861) nichts zu ändern. Die Staatsgewalt jedoch teilt sich. Es gibt drei Landsgemeinden: je eine der Angehörigen der beiden Glaubensgruppen und die gemeinsame. Auch die Gerichte, das Militär- und Postwesen und der Salzhandel trennen sich. Es gelten gar, weil die Reformierten den Gregorianischen Kalender ablehnen, während eines Jahrhunderts zwei Kalender. 1836 hebt die neue Kantonsverfassung diese konfessionelle Landesteilung auf.
1799 wird das Glarnerland zum Kriegsschauplatz fremder Heere. Die Franzosen zwingen die über den Pragelpass und das Klöntal vorgestossenen Russen unter General Suworow zum verlustreichen Rückzug über den verschneiten Panixerpass. - Aus dem ausgehungerten Land ziehen 1200 Kinder in andere Kantone, wo sie Ernährung und Hilfe finden müssen.
Seit alters her an das Mitbestimmen an der Landsgemeinde gewohnt, prägt die Glarner Arbeiterschaft zusammen mit sozial gesinnten Ärzten und Pfarrern die Sozialgesetzgebung im 19. und 20. Jahrhundert. So wird z. B. 1856 die Fabrikarbeit für unter 12-jährige verboten und 1864 das erste demokratisch durchgesetzte Fabrikgesetz erlassen. Es reduziert die tägliche Arbeitszeit auf zwölf Stunden (1872 auf elf Stunden), verbietet Nacht- und Kinderarbeit, schreibt Arbeitssicherheits- und Hygienemassnahmen vor und bringt einen bescheidenen Wöchnerinnenschutz.
1916 stimmt die Landsgemeinde der Schaffung einer kantonalen Alters- und Invalidenversicherung zu. Diese erste obligatorische Sozialversicherung findet mit der AHV erst 1948 eine Entsprechung auf Bundesebene. Ebenfalls ist es die Glarner Landsgemeinde, die 1925, als erstes seiner Art, das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung erlässt. Der Fabrikarbeiterverein Schwanden gründet 1864 den ersten Konsumverein der Schweiz.
Zwischen dem Walensee und dem Zürichsee geht es hinein in das tief eingeschnittene Tal des Glarnerlands. Bis zu 1.750 Metern wachsen die Berge hier aus dem Boden. Mit 3.614 Metern ist der Tödi der höchste Berg der Ostschweiz. Das Glarnerland, als Kanton einer der ältesten Kantone der Schweiz, ist eine Ferienregion der Vielfalt. Erstklassige Angebote für Familien gehen einher mit hochalpinen Wander- und Tourenmöglichkeiten, Skispass in zwei attraktiven Wintersportgebieten und jeder Menge Kultur.
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