Die Mediennutzung verändert sich – und digitale Angebote spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den aktuellen Zahlen der Pestalozzi-Bibliothek Zürich (PBZ).
2025 registrierte die PBZ insgesamt 3'587'615 Ausleihen. Im Vorjahr waren es 3'507'002. Damit nahm die Nutzung nochmals um rund 2,3 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand der veröffentlichten Datenreihe seit 2004.
Mehr als 1,26 Millionen digitale Ausleihen
Besonders stark hat sich langfristig die Nutzung digitaler Medien entwickelt.
2025 wurden 1'260'319 digitale Ausleihen registriert. Damit entfielen rund 35 Prozent aller Ausleihen auf elektronische Angebote – mehr als jede dritte.
Zum Vergleich: 2020 lag der digitale Anteil noch bei weniger als zehn Prozent. Noch deutlicher wird die Entwicklung mit Blick auf das Jahr 2019: Damals wurden 152'315 elektronische Ausleihen gezählt. Innerhalb von sechs Jahren hat sich deren Zahl somit mehr als verachtfacht.
Zu den digitalen Angeboten gehören unter anderem E-Books, E-Audios, E-Paper, Streaming-Angebote und Datenbankabfragen.
Auch physische Medien legen ebenfalls zu
Bemerkenswert ist, dass im jüngsten Jahresvergleich nicht nur die digitalen, sondern auch die physischen Ausleihen gestiegen sind.
2025 wurden 2'327'296 physische Medien ausgeliehen. Ein Jahr zuvor waren es 2'287'267. Das entspricht einem Plus von rund 1,8 Prozent.
Die digitalen Ausleihen nahmen im gleichen Zeitraum um rund 3,3 Prozent zu.
Zumindest im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich damit keine Verdrängung physischer Ausleihen durch digitale Angebote. Vielmehr wurden beide Zugangsformen häufiger genutzt.
Mehr als eine Million Besuche
Auch die Bibliothek als physischer Ort bleibt gefragt. Für 2025 weist die Statistik rund 1,034 Millionen Besuche aus. Im Vorjahr waren es rund 970'000.
Bei den Besucherzahlen ist allerdings eine methodische Einschränkung zu berücksichtigen: Seit 2021 beruhen die Angaben auf Schätzungen, nachdem die Apparaturen zur Erhebung der Besucherzahlen ausgefallen waren.
Bei den Ausleihzahlen ist die Entwicklung dagegen eindeutig: Sowohl physische als auch digitale Medien wurden 2025 häufiger genutzt als im Vorjahr.
Informationssuche verändert sich laufend
Der Wandel betrifft längst nicht nur Bibliotheken. Auch die Art, wie Informationen gesucht und gefunden werden, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verändert.
Auf gedruckte Verzeichnisse und klassische Nachschlagewerke folgten Websites und Suchmaschinen. Heute gewinnen zusätzlich KI-basierte Informationssysteme an Bedeutung.
Ein Schweizer Beispiel für diesen Wandel ist HELP.CH. Das Informationsangebot ist seit 1996 online und hat seither die Entwicklung der digitalen Informationssuche miterlebt – von frühen Webverzeichnissen über Suchmaschinen bis zur heutigen KI-gestützten Suche.
Bibliotheken und Unternehmensverzeichnisse erfüllen zwar unterschiedliche Aufgaben. Eine Gemeinsamkeit bleibt jedoch: Informationen müssen sich den veränderten Nutzungsgewohnheiten anpassen und dort verfügbar sein, wo Menschen danach suchen.
Die aktuellen Zahlen der Pestalozzi-Bibliothek Zürich zeigen, dass neue digitale Zugänge bestehende Angebote dabei nicht zwangsläufig ersetzen müssen. 2025 erreichte die PBZ einen neuen Ausleihhöchststand – mit mehr als 1,26 Millionen digitalen Ausleihen und gleichzeitig steigenden physischen Ausleihen.
Quelle: Statistik Stadt Zürich; PBZ Pestalozzi-Bibliothek Zürich, Jahresbericht 2025. Prozentangaben und historische Vergleiche: eigene Berechnungen



