Von der Anfrage zum Arbeitsauftrag
Nach Angaben von Google soll der Gemini-Agent Fragen beantworten, Inhalte erstellen, Programmcode schreiben und mehrstufige Arbeitsaufträge bearbeiten. Dafür verbindet er sich mit Unternehmenssystemen. Google beschreibt auch die Einbindung in Anwendungen wie Gmail, Drive, Docs und Sheets.
Als Beispiel nennt Google einen Arbeitsablauf, bei dem Gemini Marktinformationen recherchiert, daraus ein Finanzmodell in Sheets erstellt und anschliessend eine Präsentation vorbereitet. Der Agent soll dabei den Zusammenhang zwischen den einzelnen Arbeitsschritten und Anwendungen behalten.
Ob solche Aufgaben im jeweiligen Betrieb funktionieren, hängt von den verfügbaren Funktionen, den angebundenen Systemen und der Qualität der Daten ab. Google richtet die Ankündigung ausdrücklich auch an kleine und mittlere Unternehmen. Für diese zählt vor allem, ob sich wiederkehrende Arbeit mit vertretbarem Aufwand vereinfachen lässt.
Schweizer Praxisbeispiel mit On
Einen Schweizer Bezug liefert die Sportmarke On. In einer auf der Presseseite von Google Cloud veröffentlichten Mitteilung vom 8. Oktober 2026 berichten die beiden Unternehmen, dass On KI-Agenten bei der Migration von 24 zentralen IT-Diensten zu Google Cloud eingesetzt habe. Laut Mitteilung verkürzte sich die Migrationszeit von drei Monaten auf zwei Wochen pro Dienst.
Die Angaben stammen von den beteiligten Unternehmen. Der Fall betrifft eine komplexe IT-Umgebung und lässt sich nicht unmittelbar auf einen kleinen Betrieb übertragen. Er zeigt jedoch einen konkreten Einsatz von KI-Agenten bei betrieblichen Aufgaben. Dabei ist der Einsatz von KI-Agenten bei On vom neu angekündigten Gemini-Agenten zu unterscheiden.
Mit einer klar begrenzten Aufgabe beginnen
Für KMU bietet sich zunächst ein überschaubarer Arbeitsablauf an: Unterlagen zusammenfassen, interne Informationen erschliessen oder einen regelmässigen Bericht vorbereiten. Entscheidend sind ein klarer Auftrag, passende Zugriffsrechte und eine verantwortliche Person, die das Ergebnis prüft.
Vor dem Einsatz sollten Unternehmen klären, welche Funktionen im gebuchten Angebot und in der Schweiz verfügbar sind, welche Kosten entstehen und auf welche Daten der Agent zugreifen darf. Eine Produktankündigung allein beantwortet diese Fragen noch nicht.
B2AI und verständliche Unternehmensinformationen
Neben der internen Nutzung von KI steht für Unternehmen eine weitere Aufgabe an: Auch öffentlich zugängliche Angaben müssen klar und aktuell sein. Wenn KI-Systeme nach einem Anbieter recherchieren, helfen eindeutige Firmennamen, nachvollziehbare Leistungen, korrekte Kontaktangaben und erkennbare Quellen bei der Einordnung.
Dabei geht es um zwei unterschiedliche Aufgaben: Für betriebliche Arbeitsaufträge benötigen KI-Agenten geeignete interne Daten. Für die Recherche nach externen Anbietern brauchen KI-Systeme zugängliche und eindeutig zuordenbare Unternehmensinformationen.
HELP Media AG bezeichnet die Ausrichtung von Unternehmensinformationen auf KI-Systeme als B2AI® – Business to AI. Unternehmen bereiten ihre Angaben so auf, dass sie auch maschinell verständlich und zuordenbar sind.
Der KI Booster von HELP.CH setzt bei dieser Informationsbasis an. Er strukturiert und verknüpft Firmenprofile, Medienmitteilungen und weitere Unternehmensinhalte im HELP.CH-Netzwerk. Ziel ist, die Voraussetzungen für ihre Auffindbarkeit und Einordnung durch Suchmaschinen und KI-Systeme zu verbessern. Welche Quelle ein KI-System tatsächlich berücksichtigt, entscheidet der jeweilige Anbieter bei der konkreten Anfrage.
KI im Büro und in der Kundenkommunikation
Die Entwicklung betrifft unterschiedliche Bereiche eines Unternehmens. Während Google mit dem Gemini-Agenten betriebliche Arbeitsabläufe adressiert, spielen KI-Funktionen auch auf Plattformen für die Kundenkommunikation eine Rolle.
Der Swiss-Press-Beitrag «Meta AI für Facebook und Instagram: Was Schweizer KMU wissen sollten» greift diesen Bereich auf.
Ein sinnvoller erster Schritt für KMU ist, einen wiederkehrenden Arbeitsablauf für einen begrenzten KI-Test auszuwählen. Parallel dazu sollten sie prüfen, ob Firmenname, Leistungen und Kontaktangaben auf der eigenen Website und auf externen Firmenprofilen aktuell und widerspruchsfrei sind.
Quellen
Google Cloud: Vorstellung des Gemini-Agenten, 8. Oktober 2026
Google Cloud und On: KI-Agenten bei der Cloud-Migration, 8. Oktober 2026
Weitere Informationen
HELP Media AG, Zürich
KI Booster und B2AI®: ki-booster.swiss



