Pressemitteilung
Landammann Markus Heer besucht New Glarus
22.10.2026 | 16:57 Uhr
| Kantonale Verwaltung Glarus
22.10.2026, Regierungsrat • Landammann Markus Heer hat am Sonntag, 4. Oktober, New Glarus besucht. Im Zentrum des Besuchs stand die Frage, wie sich die langjährigen
Beziehungen zwischen dem Kanton Glarus und New Glarus weiter vertiefen lassen.
Landammann Markus Heer traf sich in New Glarus mit lokalen Vertreterinnen und Vertretern aus Bildung, Tourismus und Wirtschaftsförderung. Gemeinsam besprachen sie Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen Glarus und New Glarus auszubauen. Die engen Verbindungen reichen bis zur Gründung von New Glarus im Jahr 1845 zurück. Seither ist die Beziehung von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Nach dem verheerenden Brand von Glarus 1861 leistete New Glarus zum Beispiel finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau.
Auch nach dem Bergsturz von Elm 1881 unterstützte die amerikanische Gemeinde die Betroffenen. Der Kanton Glarus hat seinerseits über die Jahre zahlreiche Beiträge zur Entwicklung und zum kulturellen Leben von New Glarus geleistet. Dazu zählen die finanzielle Unterstützung bei der Gründung der Siedlung, die Skulptur «Fridolin’s Staff» an der Kreuzung der Highways 39 und 69 sowie Beiträge an das New Glarus Historical Village & Museum und das Swiss Center of North America. Das Treffen von Landammann Heer mit Repräsentanten in New Glarus erfolgte im Rahmen privater Ferien. Für den Kanton Glarus entstanden keine Kosten.
Eine weitere Gelegenheit zur Pflege der Verbundenheit bietet das Glarner 675-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr (siehe Medienmitteilung). Das Jubiläum soll Raum bieten, die gemeinsamen historischen und kulturellen Wurzeln zu feiern und die Beziehungen auch für kommende Generationen zu stärken.
22.10.2026 | 16:57 Uhr
| von Kantonale Verwaltung Glarus
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Über Kantonale Verwaltung Glarus
Bronzezeitliche (13.-9. Jh. v. Chr.) Funde sind erste Belege menschlicher Anwesenheit im Glarnerland. Für die keltische Besiedlung (3. Jh. v. Chr.) sprechen Bodenfunde und Ortsbezeichnungen. So leitet sich der Name des Talflusses «Linth» vom keltischen «linta» ab, was die Geschmeidige oder Schlange, Drache bedeutet.
Reste römischer Bauten finden sich am Walensee und auf Kerenzen. Zu Beginn unserer Zeitrechnung gehört das Glarnerland zur Provinz Rätien.
Die erste Talkirche wird im 6. Jahrhundert in Glarus gebaut. Um 700 wandern die Alemannen ein, deren Sprache sich aber erst im 11. Jahrhundert allgemein durchsetzt. Zu dieser Zeit untersteht das Glarnerland dem Kloster Säckingen.
Im 13. Jahrhundert kommt es unter habsburgische Vormacht, die die Glarner abzuschütteln versuchen. Sie verfügten nämlich über eine gewisse Eigenständigkeit, urkundet doch 1282 «die Gemeinschaft der Männer des ganzen Tales Glarus». 1351 lassen sie sich von Zürchern und Innerschweizern erobern. Nachdem sie 1352 einen ersten Rückeroberungsversuch Habsburgs zurückgeschlagen haben, schliessen sie den Bund mit den Eidgenossen und errichten unterhalb Näfels eine Letzimauer, von der Überreste heute noch festzustellen sind. Nach der Schlacht bei Sempach erobern sie das Städtchen Weesen, das durch eine verräterische Mordnacht im Februar 1388 wieder verloren geht.
An der ersten ausführlich dokumentierten Landsgemeinde geben sie sich 1387 eigene Satzungen und legen damit den Grundstein zur heutigen demokratischen Verfassung.
Am 9. April 1388 schlagen sie in der Schlacht bei Näfels ein mehrfach überlegenes habsburgisches Heer und befreien sich mit diesem Sieg von der habsburgischen Herrschaft. - Seither erinnert die am ersten Donnerstag im April begangene Näfelser Fahrt an dieses Ereignis.
1395 kaufen sie sich von Säckingen los, zahlen dem Frauenkloster aber noch bis zum Umsturz Ende des 18. Jahrhunderts einen «ewigen» Jahreszins.
Schon vor 1530 ist die Mehrheit der Glarner und Glarnerinnen reformiert. Zwingli hatte während zehn Jahren in Glarus als Pfarrer gewirkt und seine Reformationsschrift 1523 «Ammann, Rat und Gmeind des Lands Glaris» gewidmet. Nur Näfels und Oberurnen bleiben beim alten Glauben und einige wenige andere Gemeinden werden paritätisch. Erste Grundsätze von Religionsfreiheit vermögen jedoch die Spannungen zwischen den Konfessionen nicht zu verhindern. Immerhin überdauert das Simultanverhältnis an der Kirche von Glarus: bis zur Weihe der katholischen St. Fridolins Kirche 1964 nutzen beide Konfessionen die gleiche Kirche; daran vermag selbst der verheerende Brand von Glarus (1861) nichts zu ändern. Die Staatsgewalt jedoch teilt sich. Es gibt drei Landsgemeinden: je eine der Angehörigen der beiden Glaubensgruppen und die gemeinsame. Auch die Gerichte, das Militär- und Postwesen und der Salzhandel trennen sich. Es gelten gar, weil die Reformierten den Gregorianischen Kalender ablehnen, während eines Jahrhunderts zwei Kalender. 1836 hebt die neue Kantonsverfassung diese konfessionelle Landesteilung auf.
1799 wird das Glarnerland zum Kriegsschauplatz fremder Heere. Die Franzosen zwingen die über den Pragelpass und das Klöntal vorgestossenen Russen unter General Suworow zum verlustreichen Rückzug über den verschneiten Panixerpass. - Aus dem ausgehungerten Land ziehen 1200 Kinder in andere Kantone, wo sie Ernährung und Hilfe finden müssen.
Seit alters her an das Mitbestimmen an der Landsgemeinde gewohnt, prägt die Glarner Arbeiterschaft zusammen mit sozial gesinnten Ärzten und Pfarrern die Sozialgesetzgebung im 19. und 20. Jahrhundert. So wird z. B. 1856 die Fabrikarbeit für unter 12-jährige verboten und 1864 das erste demokratisch durchgesetzte Fabrikgesetz erlassen. Es reduziert die tägliche Arbeitszeit auf zwölf Stunden (1872 auf elf Stunden), verbietet Nacht- und Kinderarbeit, schreibt Arbeitssicherheits- und Hygienemassnahmen vor und bringt einen bescheidenen Wöchnerinnenschutz.
1916 stimmt die Landsgemeinde der Schaffung einer kantonalen Alters- und Invalidenversicherung zu. Diese erste obligatorische Sozialversicherung findet mit der AHV erst 1948 eine Entsprechung auf Bundesebene. Ebenfalls ist es die Glarner Landsgemeinde, die 1925, als erstes seiner Art, das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung erlässt. Der Fabrikarbeiterverein Schwanden gründet 1864 den ersten Konsumverein der Schweiz.
Zwischen dem Walensee und dem Zürichsee geht es hinein in das tief eingeschnittene Tal des Glarnerlands. Bis zu 1.750 Metern wachsen die Berge hier aus dem Boden. Mit 3.614 Metern ist der Tödi der höchste Berg der Ostschweiz. Das Glarnerland, als Kanton einer der ältesten Kantone der Schweiz, ist eine Ferienregion der Vielfalt. Erstklassige Angebote für Familien gehen einher mit hochalpinen Wander- und Tourenmöglichkeiten, Skispass in zwei attraktiven Wintersportgebieten und jeder Menge Kultur.
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