ChatGPT-Störung beginnt kurz vor 17 Uhr Schweizer Zeit
OpenAI bestätigte die Störung am Donnerstag, 3. September 2026, um 14.58 Uhr UTC. In der Schweiz war es zu diesem Zeitpunkt 16.58 Uhr.
Auf der offiziellen Statusseite meldete das Unternehmen erhöhte Fehlerraten bei ChatGPT und Codex. Insgesamt waren dort 15 Komponenten von ChatGPT sowie vier Komponenten von Codex als betroffen aufgeführt.
OpenAI leitete unmittelbar eine Untersuchung ein. Bereits um 15.22 Uhr UTC beziehungsweise 17.22 Uhr Schweizer Zeit folgte ein weiteres Update: Das Unternehmen hatte eine Gegenmassnahme umgesetzt und überwachte anschliessend die Erholung der betroffenen Systeme.
Damit befand sich die Störung bereits rund 24 Minuten nach der ersten offiziellen Meldung in der sogenannten Monitoring-Phase.
Auch Nutzer in der Schweiz betroffen
Bei der Störung handelte es sich nicht um ein auf die Schweiz beschränktes Problem. Nutzer aus verschiedenen Ländern meldeten Schwierigkeiten beim Zugriff auf ChatGPT.
Auch in der Schweiz waren die Auswirkungen spürbar. Eine detaillierte geografische Aufschlüsselung nach Ländern veröffentlicht OpenAI allerdings nicht. Deshalb lässt sich nicht beziffern, wie viele Schweizer Nutzerinnen und Nutzer tatsächlich betroffen waren.
Die Probleme konnten sich je nach Nutzer unterschiedlich äussern. Dazu gehörten beispielsweise Fehlermeldungen, nicht ladende Unterhaltungen oder Schwierigkeiten beim Absenden von Anfragen.
OpenAI weist auf seiner Statusseite darauf hin, dass die ausgewiesenen Verfügbarkeitswerte über verschiedene Abonnemente, Modelle und Fehlerarten hinweg aggregiert werden. Die individuelle Verfügbarkeit kann deshalb je nach verwendetem Produkt und Tarif unterschiedlich sein.
Es handelte sich somit nicht zwingend um einen vollständigen Ausfall für sämtliche ChatGPT-Nutzer.
OpenAI reagiert und überwacht die Erholung
Positiv ist die vergleichsweise schnelle Reaktion von OpenAI.
Zwischen der offiziellen Meldung der Störung und der Mitteilung, dass eine Gegenmassnahme umgesetzt worden sei, lagen weniger als 30 Minuten.
OpenAI teilte zunächst um 17.22 Uhr Schweizer Zeit mit, dass eine Gegenmassnahme angewendet worden sei und die weitere Erholung überwacht werde. Um 17.50 Uhr bestätigte das Unternehmen diesen Status nochmals. Die Störung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig behoben; OpenAI meldete weiterhin eine eingeschränkte Leistung bei ChatGPT und Codex.
Eine konkrete technische Ursache für die Störung wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht. Aussagen über einen möglichen Cyberangriff, eine Überlastung, einen Softwarefehler oder Probleme bei einem externen Infrastruktur-Anbieter wären deshalb derzeit Spekulation.
Was tun, wenn ChatGPT nicht funktioniert?
Für viele Nutzer ist ChatGPT inzwischen ein alltägliches Werkzeug – beispielsweise für Recherche, Übersetzungen, Textarbeit, Programmierung, Datenanalyse oder geschäftliche Aufgaben.
Bei einer vorübergehenden Störung stehen grundsätzlich mehrere alternative KI-Dienste zur Verfügung. Zu den bekanntesten gehören unter anderem:
Google Gemini
Googles KI-Assistent eignet sich unter anderem für Recherche, Textverarbeitung, Analyse und Aufgaben im Google-Ökosystem.
Microsoft Copilot
Copilot ist insbesondere für Nutzer interessant, die mit Microsoft-Produkten und Microsoft 365 arbeiten.
Perplexity
Der Dienst kombiniert KI-generierte Antworten stark mit webbasierten Recherchen und Quellenangaben.
Claude von Anthropic
Claude gehört ebenfalls zu den wichtigsten direkten Alternativen zu ChatGPT. Allerdings meldete Anthropic am Donnerstag selbst erhöhte Fehlerraten bei mehreren Claude-Modellen.
Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter garantiert deshalb nicht, dass ein KI-Dienst jederzeit störungsfrei verfügbar ist.
Auch Claude am Donnerstag mit technischen Problemen
Bemerkenswert ist, dass OpenAI am Donnerstag nicht der einzige grosse KI-Anbieter mit technischen Schwierigkeiten war.
Anthropic meldete am 3. September ebenfalls erhöhte Fehlerraten bei mehreren Claude-Modellen. Nach Angaben des Unternehmens erholte sich ein Teil der Modelle im Tagesverlauf wieder, während einzelne Modelle weiterhin betroffen waren.
Das zeigt, dass technische Störungen kein spezifisches OpenAI-Problem sind. Moderne KI-Systeme basieren auf komplexen und hoch ausgelasteten Infrastrukturen, bei denen vorübergehende Einschränkungen auch bei anderen grossen Anbietern auftreten können.
Ob zwischen den Störungen verschiedener Anbieter ein Zusammenhang bestand, ist nicht bekannt. Dafür liegen derzeit keine bestätigten Hinweise vor.
HELP.CH von ChatGPT-Störung nicht betroffen
Während ChatGPT zeitweise mit technischen Einschränkungen konfrontiert war, blieb HELP.CH normal erreichbar.
Der Vorfall zeigt gleichzeitig, dass eine Störung bei einem grossen KI-Anbieter nicht automatisch andere Webseiten, Suchangebote oder digitale Informationsplattformen beeinträchtigt.
Entscheidend ist, wie stark ein Angebot für seine zentralen Funktionen unmittelbar von einem einzelnen externen KI-Dienst abhängig ist.
Die zentralen Web-, Firmen-, News- und Informationsangebote von HELP.CH funktionieren unabhängig von der laufenden Verfügbarkeit von ChatGPT. Die Portale des HELP.CH-Netzwerks standen deshalb auch während der aktuellen OpenAI-Störung weiterhin zur Verfügung.
Gerade für Informationsanbieter ist diese technische Unabhängigkeit relevant: Künstliche Intelligenz kann bestehende Daten- und Informationsangebote ergänzen, ohne dass deren grundsätzliche Verfügbarkeit zwingend von einem einzelnen KI-System abhängen muss.
Bereits zweite OpenAI-Störung am selben Tag
Für OpenAI war es nicht die erste technische Störung des Tages.
Bereits in der Nacht auf Donnerstag hatte das Unternehmen hohe Fehlerraten beim ChatGPT Work Mode gemeldet. Dieser separate Vorfall begann um 00.04 Uhr UTC und war bereits sechs Minuten später, um 00.10 Uhr UTC, vollständig behoben.
Nach aktuellem Informationsstand handelt es sich dabei um einen separaten Vorfall und nicht um dieselbe Störung wie am Donnerstagnachmittag.
KI-Abhängigkeit wird für Unternehmen zum Thema
Der Vorfall verdeutlicht gleichzeitig, welche Bedeutung KI-Dienste inzwischen im beruflichen und privaten Alltag erreicht haben.
ChatGPT und vergleichbare Systeme werden heute für Recherche, Programmierung, Übersetzungen, Kundenkommunikation, Textproduktion, Datenanalyse und zahlreiche weitere Aufgaben eingesetzt.
Wenn ein solcher Dienst kurzfristig nicht verfügbar ist, können deshalb auch bestehende Arbeitsprozesse beeinträchtigt werden.
Für Unternehmen kann es sinnvoll sein, neben einem bevorzugten KI-System mindestens eine Alternative zu kennen und wichtige Daten, Informationsquellen und Geschäftsprozesse nicht vollständig von der Verfügbarkeit eines einzigen externen Dienstes abhängig zu machen.
Die aktuelle Störung zeigt damit vor allem eines: KI-Dienste sind innerhalb weniger Jahre zu einem wichtigen Bestandteil der digitalen Arbeitswelt geworden. Gleichzeitig reagierte OpenAI am Donnerstagnachmittag schnell auf die gemeldeten Probleme und leitete bereits kurze Zeit später die Erholungsphase ein.
Stand: 3. September 2026, 18.15 Uhr. OpenAI meldete weiterhin eine eingeschränkte Leistung bei ChatGPT und Codex. Eine Gegenmassnahme wurde umgesetzt und die Erholung der Systeme wird überwacht. Eine konkrete technische Ursache hatte OpenAI zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht.



