Geburtenrate in der Schweiz auf Rekordtief – Swiss-Life-Studie warnt vor Folgen für Arbeitsmarkt und AHV

25.06.2026 | 16:17 Uhr | Aktuellenews.ch / HELP Media AG

25.06.2026, Zürich – Die Geburtenrate in der Schweiz ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Gemäss einer am Donnerstag veröffentlichten Studie von Swiss Life brachte eine Frau im Jahr 2025 durchschnittlich noch 1,28 Kinder zur Welt. Bereits ab 2031 könnte es in der Schweiz erstmals mehr Todesfälle als Geburten geben. Die Entwicklung dürfte langfristig erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft sowie die Altersvorsorge haben.

Die Studie «Storch im Sinkflug» zeichnet gleichzeitig ein differenziertes Bild. Obwohl die Geburtenzahlen seit Jahren sinken, wünschen sich viele Menschen in der Schweiz weiterhin Kinder. Fast die Hälfte der kinderlosen 18- bis 45-Jährigen gibt an, grundsätzlich ein Kind haben zu wollen. Zwischen Wunsch und Realität bestehen jedoch oftmals finanzielle, berufliche oder persönliche Hürden.

Weniger Erwerbstätige und zusätzliche Herausforderungen für die Vorsorge

Gemäss Swiss Life könnte die demografische Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten zu spürbaren Veränderungen führen. Bereits ab 2031 dürfte die Zahl der Todesfälle jene der Geburten übersteigen. Bis zum Jahr 2075 würden auf eine Person im Rentenalter nur noch zwei Personen im Erwerbsalter kommen. Heute beträgt dieses Verhältnis noch rund drei zu eins.

Für die Schweizer Wirtschaft bedeutet dies voraussichtlich, dass künftig weniger junge Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt eintreten. Dies könnte dazu beitragen, dass in einzelnen Branchen der bereits bestehende Fachkräftemangel weiter zunimmt und das Wirtschaftswachstum sowie die Innovationskraft beeinträchtigt werden. Gleichzeitig dürfte die Entwicklung das Schweizer Altersvorsorgesystem, insbesondere die AHV und die berufliche Vorsorge, vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

Nadia Myohl, Leiterin Research Vorsorge bei Swiss Life Schweiz, weist darauf hin, dass sinkende Geburtenraten in diesem Ausmass das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen und das Schweizer Vorsorgesystem vor grosse Herausforderungen stellen könnten.

Kinderwunsch bleibt trotz sinkender Geburtenzahlen hoch

Die Untersuchung zeigt, dass der Wunsch nach Kindern in der Schweiz weiterhin verbreitet ist. 46 Prozent der kinderlosen 18- bis 45-Jährigen wünschen sich ein Kind. Bei Eltern im gleichen Alterssegment möchten 33 Prozent ein weiteres Kind.

Zu den wichtigsten Gründen gegen ein erstes oder weiteres Kind zählen ein fehlender Kinderwunsch, eine abgeschlossene Familienplanung sowie finanzielle Belastungen. Kinderlose Personen mit Kinderwunsch nennen häufig fehlende finanzielle Möglichkeiten, das Fehlen einer passenden Partnerin oder eines passenden Partners sowie das Gefühl, noch zu jung für eine Familiengründung zu sein.

Eltern fühlen sich häufiger überlastet

Die Studie kommt zudem zum Schluss, dass Eltern insgesamt ähnlich zufrieden mit ihrem Leben sind wie Kinderlose. Allerdings fühlen sie sich deutlich häufiger überlastet. Besonders Familien mit kleinen Kindern leisten wesentlich mehr unbezahlte Arbeit. Vor allem Mütter reduzieren ihre Erwerbstätigkeit deutlich stärker als Väter und übernehmen einen grossen Teil der Betreuungs- und Hausarbeit.

Auch finanziell zeigen sich Unterschiede. Haushalte mit Kindern können laut der Studie einen geringeren Anteil ihres Einkommens sparen als kinderlose Haushalte. Rund die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass es mit Kindern schwieriger sei, zusätzlich privat für das Alter vorzusorgen.

Demografische Veränderungen beschäftigen auch Unternehmen

Für Unternehmen werden demografische Entwicklungen zunehmend zu einem strategischen Thema. Flexible Arbeitsmodelle, familienfreundliche Rahmenbedingungen, Kinderbetreuungsangebote sowie die Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland dürften weiter an Bedeutung gewinnen.

Das Schweizer Business-Netzwerk HELP.CH stellt mit seinem Firmenverzeichnis auf help.ch/firma aktuelle Informationen zu Unternehmen und Organisationen bereit und kann dazu beitragen, langfristige Entwicklungen in Branchen und Regionen besser einzuordnen.

Quellen: Studie «Storch im Sinkflug – historisch tiefe Geburtenrate trotz verbreitetem Kinderwunsch» von Swiss Life Schweiz (25.06.2026); Daten des Bundesamts für Statistik (BFS). Die vollständige Studie ist auf der Website von Swiss Life abrufbar.

25.06.2026 | 16:17 Uhr | von Aktuellenews.ch / HELP Media AG

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