Pressemitteilung
Starker Anstieg der Konkurse im Jahr 2025

Bundesamt für Statistik BFS

21.05.2026, Im Jahr 2025 wurden 12 485 Unternehmenskonkurse eröffnet, das sind 61,2% mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg könnte mit der geänderten Rechtsgrundlage zusammenhängen: Neu kann bei unbezahlten öffentlich-rechtlichen Forderungen ein Konkursverfahren eröffnet werden. Weniger drastisch fiel die Zunahme bei den Verlusten aus Konkursverlustscheinen (+17,8%) aus. Sie stand im Einklang mit der Entwicklung der Anzahl abgeschlossener Konkursverfahren (+10,2%). Soweit die jüngsten Ergebnisse der Betreibungs- und Konkursstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Der Fragebogen zur Erhebung der Betreibungs- und Konkursdaten wurde aufgrund der am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Weisung Nr. 10 der Dienststelle Oberaufsicht für Schuldbetreibung und Konkurs (Statistik im Betreibungs- und Konkurswesen) komplett überarbeitet. Die in der Weisung enthaltenen Richtlinien haben zum Zweck, die Datenerfassung langfristig zu vereinheitlichen, um aussagekräftige und vergleichbare Statistikdaten zu liefern. Sie wirken sich signifikant auf die Daten aus und kann dazu führen, dass kurzfristig nicht alle Daten zur Verfügung stehen, was bestimmte Vergleiche erschwert.

Unternehmenskonkurse nehmen zu
Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 13 612 Konkursverfahren gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) eröffnet. Davon betrafen 12 485 Unternehmen und 1127 Privatpersonen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Konkurseröffnungen deutlich gestiegen (+4444; +48,5%), was auf den Anstieg der Unternehmenskonkurse zurückzuführen ist (+4742; +61,2%). Privatkonkurse (Art. 191 SchKG) sind hingegen zurückgegangen (–298; –20,9%).

Der Anstieg der Unternehmenskonkurse hängt grösstenteils mit der am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Änderung des SchKG zusammen. Damit können Gläubiger bei unbezahlten öffentlich- rechtlichen Leistungen wie Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen neu ein Konkursbegehren stellen. Bis dahin war nur die Betreibung auf dem Wege der Pfändung möglich. Langfristig werden durch diese Änderung illiquide und de facto zahlungsunfähige Unternehmen vom Markt verschwinden, kurzfristig führen sie jedoch zu einem Anstieg der Konkursverfahren.

Obwohl ein grosser Teil dieses Anstiegs im Jahr 2025 durch diese Gesetzesänderung bedingt ist, lassen sich die Auswirkungen nicht genau beziffern, da nicht unterschieden werden kann, welche Konkursverfahren dem Paradigmenwechsel zuzuschreiben sind.

2025 kam es nach den Vorschriften über den Konkurs zu 2755 Auflösungen und Liquidationen von Unternehmen mit Mängeln in der Organisation (im Sinne von Art. 731b Abs. 1bis Ziff. 3 OR). Das entspricht einem Rückgang von 2,8% gegenüber 2024. Die betroffenen Firmen sind nicht zwingend überschuldet. Wird jedoch eine Überschuldung festgestellt, erfolgt im Sinne von Art. 731b Abs. 4 OR die Konkurseröffnung. 2024 wurden 8294 Erbschaften ausgeschlagen. Auch dieser Wert liegt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (+5,4%).

Mehr als die Hälfte der Konkurse werden mangels Aktiven eingestellt
Die Zahl der Konkursabschlüsse erhöhte sich 2025 um 10,2%. Sie berücksichtigt alle Konkursverfahren gemäss SchKG, d. h. Konkurse von Unternehmen und Privatpersonen, ausgeschlagene Erbschaften sowie Auflösungen wegen organisatorischer Mängel. Die steigende Tendenz widerspiegelt den Anstieg der Unternehmenskonkurseröffnungen. Von den 19 894 im Jahr 2025 abgeschlossenen Verfahren wurde mehr als die Hälfte (55,9%) mangels Aktiven eingestellt. Ein Drittel (32,6%) war Gegenstand einer summarischen oder ordentlichen Liquidation und gut ein Zehntel (11,5%) entfiel auf Aufhebungen oder Erledigungen aus anderen Gründen.

Der finanzielle Verlust aus Konkursverlustscheinen erreichte fast 1,8 Milliarden Schweizer Franken, was einem Anstieg von 17,8% gegenüber 2024 entspricht. Er lässt sich teilweise mit der Entwicklung der Unternehmenskonkurseröffnungen erklären. Der Gesamterlös, der im Rahmen von Konkursverfahren an Gläubiger ausbezahlt wurde, lag knapp über 192 Millionen Schweizer Franken. Dieser Wert wurde 2025 erstmals erhoben.

Die Hälfte der Betreibungen führt zu einer Pfändung
Basierend auf Weisung Nr. 10 wurden neue, detailliertere Statistiken zu den Schuldbetreibungsverfahren erstellt (z. B. Art der Schuldner, Art der Pfändungen oder Höhe der Verluste und Erlöse). Sie liefern wertvolle Informationen über die Folgen und Auswirkungen der Betreibung auf Pfändung.

2025 wurden in der Schweiz 3 147 160 Betreibungen eingeleitet und 3 031 541 Zahlungsbefehle ausgestellt. Die grosse Mehrheit der Betreibungsverfahren war gegen natürliche Personen gerichtet. Nur gut jedes zehnte Betreibungsverfahren (359 705) betraf juristische Personen.

Schuldbetreibungen führten zum Vollzug von 1 547 788 Pfändungen, was etwa der Hälfte der Verfahren entspricht. 2025 wurden grösstenteils Einkommen gepfändet (828 751). Grundstückpfändungen sowie Sachpfändungen (inkl. Forderungen und andere Rechte) waren deutlich seltener (18 300 bzw. 65 833). Bei einem Grossteil der Pfändungsvollzüge besitzt der Schuldner kein pfändbares Vermögen, was die hohe Zahl fruchtloser Pfändungen (658 742) erklärt. Da ein Pfändungsvollzug mehrere Pfändungsarten umfassen kann, lässt sich die Summe der einzelnen Pfändungsarten nicht direkt mit dem Gesamtbetrag der Vollzüge in Beziehung setzen.


Kontakt:
Andrea Grossi
BFS, Sektion Wirtschaftsstruktur und -analysen
+41 58 463 66 40
Andrea.Grossi@bfs.admin.ch

21.05.2026 | von Bundesamt für Statistik BFS

--- ENDE Pressemitteilung Starker Anstieg der Konkurse im Jahr 2025 ---


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über Bundesamt für Statistik BFS

Das BFS ist das nationale Kompetenzzentrum der öffentlichen Statistik der Schweiz. Es produziert und publiziert statistische Informationen über den Stand und die Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung, Forschung, Raum und Umwelt.

Diese Informationen dienen der Meinungsbildung in der Bevölkerung sowie der Planung und Steuerung von zentralen Politikbereichen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für einen modernen, demokratischen Staat.

Informationen werden in unserer zunehmend komplexen Welt immer zentraler - für die Orientierung, für den Entscheidungsprozess und für den planenden Blick in die Zukunft. Informationen prägen die Qualität der Handlungen. Bei Entscheiden haben statistische Informationen heute einen wichtigen Platz - sei es in der Politik (in Parlamenten, Exekutiven oder bei Abstimmungen), in der Wirtschaft oder im Alltag.

Statistik ist zu einem Transparenz-stiftenden Element in gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen geworden.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
Swiss-Press.com    HELP.ch   Schweizerische Eidgenossenschaft




Offizielle News-Partner:
News aktuell

Swiss Press


Firmenmonitor

Facebook X (früher Twitter) Instagram LinkedIn YouTube

TOP NEWS - powered by Help.ch

Mauro Lustrinelli für die Arosa Humorschaufel nominiert Arosa Tourismus, 21.05.2026

Saubere Energie trifft wilde Natur: PLAN-B NET ZERO wird offizieller Rewilding-Partner von Planet Wild PLAN-B NET ZERO, 21.05.2026

Das neue vollelektrische Einstiegsmodell vereint Erschwinglichkeit, kompakte Abmessungen und Alltagstauglichkeit ŠKODA Schweiz, 21.05.2026

NEWSTICKER - 21.05.2026
13:36 Uhr Blick.ch
Sie luden gefährliche Töff-Manöver auf Social Media: Zürcher Polizei verhaftet sieben Männer »

13:22 Uhr 20min
Schwere Verkehrsdelikte: Sieben junge Männer verhaftete »

13:11 Uhr SRF
Eidgenössische Finanzkontrolle – Politikfinanzierung: Finanzkontrolle muss Prüfberichte offenlegen »

12:01 Uhr Espace Wirtschaft
Detailhändlerin in der Kritik: Verein zeigt Migros wegen Zwangsrabatten für Bauern an »

05:32 Uhr NZZ
Wegen Abnehmspritzen: FDP-Nationalrat Simon Michel muss auch als Chef von Ypsomed für Tempo sorgen »

6
11
13
24
30
34
5
Nächster Jackpot: CHF 2'100'000

2
12
20
38
45
2
5
Nächster Jackpot: CHF 96'000'000

Aktueller Jackpot: