E-Trottinette gehören mittlerweile zum Stadtbild. Gleichzeitig häufen sich die schweren E-Trottinett-Unfälle. Gemäss dem Bundesamt für Strassen ASTRA wurden in der Schweiz im vergangenen Jahr 152 E-Trottinett-Fahrende schwer sowie drei tödlich verletzt.
Vier Crashtests mit und ohne Helm
Um die Auswirkungen eines typischen Alleinunfalls zu veranschaulichen, führte der TCS vier Crashtests durch. Ein mit Sensoren im Kopf- und Nackenbereich ausgestatteter Dummy fuhr mit einem E-Trottinett frontal gegen ein Hindernis. Getestet wurde jeweils mit und ohne Velohelm bei 20 beziehungsweise 15 Stundenkilometer.
Als Mass für das Risiko schwerer Kopfverletzungen wurde unter anderem das sogenannte Head Injury Criterion (HIC36) ausgewertet. Ein Wert grösser als 1000 entspricht dabei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, eine schwere Kopfverletzung zu erleiden.
Enorme Kräfte bei 20 Stundenkilometer
Während die gemessenen Kräfte auf den Kopf mit und ohne Helm bei 20 Stundenkilometer bei Werten von über dem 200- beziehungsweise über dem 300-fachen der Erdanziehung lagen und sich der Verunfallte auch mit Helm mit mehr als 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit schwere Kopfverletzungen zugezogen hätte, kommen die Unterschiede bei 15 Stundenkilometer deutlicher zum Vorschein. Bei dieser Geschwindigkeit lag der HIC36-Wert mit Helm unter 1000, während der Wert ohne Helm darüber liegt - eine schwere Kopfverletzung hätte durch den Helm also mit grosser Wahrscheinlichkeit verhindert werden können.
Beim Sturz mit Helm bei 15 Stundenkilometer wurden die gemessenen Kräfte auf den Kopf auch deshalb etwas reduziert, da die Dynamik des Sturzes eine leichte Rotation beinhaltete, womit der Dummy vor dem Kopf bereits mit Knie, Ellenbogen und Schulter auf dem Boden aufschlug. Dies zeigt auf, wie wichtig es bei einem Unfall ist, dass der Fahrer aufmerksam ist und den Aufprall mit funktionierenden Reflexen etwas abfangen kann.
Für TCS-Experte Stefan Eichenberger zeigt der Test eindrücklich die Folgen eines E- Trottinett-Unfalls: "E-Trottinett-Fahrer sind sich oftmals nicht bewusst, mit welchen Kräften Sie es zu tun haben. Meistens fahren sie ohne Helm und nicht selten sieht man E-Trotti-Fahrer telefonierend, einhändig unterwegs. Wer einmal einen Unfall bei 20 Stundenkilometer gehabt hat, oder sieht, wie es unseren Dummies ergangen ist, tut dies nicht so schnell wieder."
Helm tragen, Risiken gar nicht erst eingehen
Der TCS empfiehlt deshalb, auf dem E-Trottinett immer einen Velohelm zu tragen, auch wenn dieser gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Ebenso wichtig ist es, während der Fahrt beide Hände am Lenker zu behalten und das Handy in der Tasche zu lassen. Und auch für E-Trottinette gilt: Kein Alkohol am Steuer. Alkohol verlängert die Reaktionszeit und kann die Unfallfolgen zusätzlich verschärfen. Ausserdem hilft helle Kleidung, am besten mit Reflektoren, dass man im Verkehr gesehen wird. Licht vorne und hinten ist gesetzlich vorgeschrieben, auch tagsüber.
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