Pressemitteilung
Vorwiegend positiver Kindersitztest - ein Modell fällt durch
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29.05.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Im aktuellen Kindersitztest hat der Touring Club Schweiz 26 neue Modelle geprüft. Das Ergebnis fällt insgesamt positiv aus, wobei ein Modell mit "nicht empfehlenswert" abschneidet. Vorsicht geboten ist bei Modellen aus dem Onlinehandel. Nicht empfehlenswert bewertete Sitzmodelle erfüllen trotzdem gesetzliche Anforderungen und dürfen in Europa verkauft werden.
26 neue Kindersitze hat der TCS im aktuellen Test auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffe und Umweltschadstoffe geprüft. Das Ergebnis fällt insgesamt positiv aus: 22 Sitze erhalten die Bewertung "sehr empfehlenswert" oder "empfehlenswert". Die Bestenliste führen Foppapedretti mit dem "Disk Infant i-Size + Tech i-Size" an sowie der "Glide Plus 360" von Silver Cross, gefolgt vom "Sirona Ti" und "Pallas G3" von Cybex und der "Junior Fix 2 i-Size" von Kinderkraft. Drei Sitze werden mit "bedingt empfehlenswert" bewertet.
Beim Frontalaufprall komplett versagt
Von einem Modell rät der TCS ab. Beim "Kinderkraft Mink Pro 2 + Base Mink FX2" löste sich beim Frontalcrash die Babyschale von der Isofix-Basisstation und wurde mitsamt Dummy durch den Versuchsaufbau geschleudert. Das Verletzungsrisiko für ein Kind wäre in einem realen Unfall massiv. Der Sitz erhält deshalb als einziges Modell die Bewertung "nicht empfehlenswert". Der Hersteller Kinderkraft hat reagiert und bietet Kundinnen und Kunden einen Austausch oder eine Rückgabe des Produkts an.
Die Crashtests gehen deutlich über die gesetzlichen Zulassungsprüfungen hinaus. Die Frontalaufpralltests orientieren sich an den aktuellen Euro-NCAP-Fahrzeugcrashs und simulieren deutlich höhere Belastungen als die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen gemäss UN-Regelung 129.
Abwertung aufgrund von Flammschutzmittel
Erfreulich: Alle Sitze erhielten im Bereich Umweltschadstoffe die Bestnote. In keinem der getesteten Modelle konnten PFAS nachgewiesen werden. Insbesondere aufgrund ihrer hohen Umweltpersistenz und der möglichen gesundheitlichen Auswirkungen ist der Einsatz dieser Substanzen in Produkten mit direktem Kontakt zum Menschen kritisch zu beurteilen.
Beim "Jané Concord Kombikid" wurde hingegen das Flammschutzmittel TDCPP in erhöhter Konzentration gefunden. Der Stoff steht aufgrund möglicher gesundheitlicher Risiken immer wieder in der Diskussion, insbesondere wegen einer möglichen krebserregenden Wirkung sowie der Umweltbelastung. Daneben ist das Mittel insbesondere aufgrund der hormonellen Effekte für die Verwendung in Kindersitzen äusserst bedenklich. Der Sitz erhielt aufgrund des Schadstoffgehalts eine Abwertung.
Online-Plattformen bergen Risiken
Der Test zeigt erneut, dass insbesondere bei Produkten aus Online-Marktplätzen Vorsicht geboten ist. Mehrere Modelle, die optisch fast identisch erscheinen, zeigen erhebliche Sicherheitsprobleme. Bereits im Herbst 2025 war der "Reecle 360" wegen schwerer Mängel aufgefallen. Im aktuellen Test wurden sieben ähnliche Modelle untersucht - darunter "Kidiz 360", "Ding Aiden 360" oder "Xomax 946i". Bei allen versagten tragende Teile der Sitzkonstruktion im Frontalcrash.
Die Sitze dürfen zwar verkauft werden, weil sie die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen. Im anspruchsvolleren Test zeigten sie jedoch erhebliche Sicherheitsdefizite. Deshalb warnt der TCS vor solchen Baugleichheiten, sie haben ebenfalls die Bewertung "nicht empfehlenswert".
Über 200 Kindersitze in der TCS Datenbank
Vor dem Kauf eines Kindersitzes sollten sich Eltern über das Angebot informieren, dabei helfen die Ergebnisse des aktuellen Kindersitztests und auch die der Vorjahre. Diese sind allesamt auf dem Vergleichsportal des TCS zur Verfügung. Mit verschiedenen Filterkriterien erleichtert die Datenbank Müttern und Vätern die richtige Vorauswahl für einen sicheren Kindersitz für ihre Kleinen.
Nach der Vorselektion empfiehlt der TCS dennoch den Besuch im Fachgeschäft. Die in Frage kommenden Modelle sollten vor dem Kauf am eigenen Fahrzeug und mit dem Kind ausprobiert werden. Der Kindersitz muss sich möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lassen.
Pressekontakt:
Vanessa Flack, Mediensprecherin TCS
Tel. 058 827 34 41 | vanessa.flack@tcs.ch
29.05.2026 | 14:16 Uhr | von Touring Club Suisse (TCS)--- ENDE Pressemitteilung Vorwiegend positiver Kindersitztest - ein Modell fällt durch ---
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Über Touring Club Suisse (TCS)
Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.
Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361'000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 % der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETI-Zentrale organisiert jährlich etwa 63'000 Hilfeleistungen, darunter 3500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 400 Mitarbeitenden, 22 Logistikbasen und rund 45'000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52'000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte.
Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.
Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.
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